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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 133

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 133 (sequence 53)
Language
German
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Testament der zwölf Patriarchen. 133 sondern auch Wider Wissen und Willen der altern Brüder, eben weil es ein verbotener Genuß war, bedeuten kann. Ihm lag das ״Zerrissene", dessen Verbot nach der Apostelgeschichte für die Judenchristen noch fortbestand, näher als das Glied von einem lebenden Thiere. Weit interessanter ist die Anspielung auf eine jüdische Einrich- Lung, die nicht sehr lange vor unserm Vers, ins Leben trat und damals eine so große Anerkennung fand, daß auch unser Vers, sie gern aufnahm. Juda (e. 26) beschließt seine Ermahnung an seine Kinder, sie sollten ihn ja nicht in kostbaren Gewändern beerdigen. Er allein unter den Brüdern erläßt ein solches Verbot, offenbar weil er, der als der Vornehmste, der Herrscher, unter ihnen galt, besorgen mußte, daß sein Leichenbegängniß mit besonderm Pompe, feine Bestattung mit besonders kostbaren Gewändern vorgenommen werden möchte. Allein höchst auffallend müßte es uns sein zu bemerken, daß unserm Verf. diese Ermahnung so sehr am Herzen lag, daß er sie dem Juda in den Mund zu legen sich gedrungen fühlte, — wenn wir nicht wüßten, daß diese Anordnung in der damaligen Zeit wirklich, und zwar mit großem allseitigem Beifall getroffen wurde. So lesen wir in einer Baraitha (Moed katon 27 d): ״Ehedem waren die Ausgaben für die Todtenbestattung schwerer als der Tod selbst, so daß die Verwandten die Leiche liegen ließen und sich davon machten. Da ordnete Rabban Gamaliel eine geringere Behandlung seiner selbst an, so daß er in einfachen linnenen Gewändern zu Grabe gebracht wurde, und alles Volk nahm dann nach ihm den Brauch an, die Todtenbestattung in einfachem Linnengewande vorzunehmen." Als wie segensreich der Entschluß dieses Gamaliel erkannt wurde, beweist eine andere Baraitha (j. Berachoth 3, 1, daraus Semachoth e. 14 nahe dem Ende, Khethuboth 8 b. babhl.), die uns von einer an diese Anordnung geknüpften Feststellung berichtet, man habe nämlich den beim Trauermahle üblichen Bechern (außer andern) auch einen zum ehrenden Andenken an Gamaliel hinzugefügt. Dieser Gamaliel ist natürlich der erste dieses Namens, Sohn oder Enkel Hillel's, der im ersten christlichen Jahrhunderte, vor der Zerstörung des Tempels lebte, der durch milde Besonnenheit sich auszeichnete und dem überhaupt manche gemeinnützige Anordnung zu verdanken ist. *) Die von einem der *) Daß wir es hier mit Gamaliel I. zu Lhun haben, nicht mit Gamaliel II., geht schon aus den ganzen Zeitverhältnissen hervor. In der ge-

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