Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Testament der zwölf Patriarchen. 131 opfer beibehalten haben, dessen Darbringung durch ihren Hohen- Priester mit aller möglichen Weihe verlangen, auch ausdrücklich vorschreiben, daß es mit Salz bestreut werde (Commentar des Ibrahim zu 2 Mos. 12, 14: g*^ g^ä Sind wir nun zu dem Resultate gelangt, daß in der Zeit des heftigsten Pärteienkampfes zwischen Sadducäern und Pharisäern, also in dem letzten Jahrhundert des Tempels derselbe auch in der Frage über die Salzdarbringung auf den Altar seinen Ausdruck fand, so werden wir mit Recht behaupten können, daß wo in jüdischen und judenchristlichen Schriften, welche nicht lange vor oder in dem ersten Jahrhundert nach der Entstehung des Christenthums hervortraten, das Salzen des Opfers besonders hervorgehoben wird, dieselben damit ihren sadducäischen Ursprung kund geben. Und so dürfen wir denn (wie ähnlich das Buch der Jubiläen) die judenchristlichen ״Testamente der zwölf Patriarchen" als aus einem Kreise hervorgegangen betrachten, der aus den Sadducäern zum Christenthume sich gewendet hatte. — Aus den einzelnen Schriftdeutungen und Gebräuchen, welche in unserm Buche kurz berührt werden und den Zusammenhang mit der damaligen Methode und Sitte bekunden, heben wir noch zwei hervor, die ein besonderes Interesse gewähren. Der Verf. läßt nämlich Gad (6. 1), die Worte 1 Mos. 37, 2 erweiternd, erzählen, Joseph habe dem Vater berichtet, die Söhne der Silpah und der Bilhah schlachteten schöne Schafe und äßen sie ohne (Wider) Wissen (nciQa yvoifirjv) des Juda und des Rüben, das sei aber eine Verleumdung gewesen, denn die ganze Veranlassung zu dieser Anklage habe darin bestanden, daß er, Gad, ein Lamm aus dem Rachen eines Bären gerettet, den er erlegt, das Lamm aber geschlachtet habe, weil es, zu seinem Bedauern, doch nicht habe fortleben können, und nun hätten sie es gegessen. Hr. Sinker macht bereits (S. 68 Anm. 3) darauf aufmerksam, daß sich diese Schriftdeutung ähnlich im jerus. Tharg. z. St. fände. Allein dort wie fast in gleicher Weise jerus. Peah 1, 1 und Bereschith rabba 6. 84, lautet die Anklage etwas verschieden, nämlich *>nn בניך) על אברבלן) ün חמורדים sie (Deine Söhne) stehen in Verdacht, daß sie das Verbot ein Glied von dem lebenden Thiere abzuschneiden und zu genießen, übertreten. Wir wollen hier nicht eine Abweichung urgiren, die wohl gar nicht vorhanden ist, obgleich sie nach Raschids Auffassung angenommen 9*