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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 130

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 130 (sequence 50)
Language
German
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130 Hl. Apokryphen zweiter Ordnung. Salzbestreuen nach beiden Seiten hin angewendet; bei den Opfern wurde es als gar nicht so unbedingt nöthig betrachtet, und wieder umgekehrt wurde die Vorschrift des Salzens auf allen Fleischgenuß auch außer den Opfertheilen ausgedehnt. Indem sich aus unserer Annahmeso manches Auffallende erklärt, auf der einen Seite die möglichste Jgnorirung und Hintansetzung der Opfer- Salzvorschrift in der pharisäischen Literatur, während die alten griechischen Uebersetzer sie auch da einfügen, wo die Bibel nicht davon spricht, auf der andern deren Ausdehnung über das Opfer hinaus, gewinnt dieselbe, die Behauptung nämlich, daß wir es hier wieder mit einer sadducäisch-pharisäischen Differenz, mit einer Streitfrage, in welcher die Einen Bevorzugung besonderer Priesterheiligkeit aufrecht erhalten wollen, die Andern die möglichst gleiche Heiligung der Gesammtheit anstreben, sicher bei Allen, welche sich in das innere Parteileben der damalige» Zeit hineinzudenken vermögen, schon hohe Wahrscheinlichkeit. Sie erhält aber auch eine Stütze von einer andern Seite her, in einer Erzählung, die nur mit unserer Annahme erklärlich wird. Das samaritanische Buch Josua (o. 43) nämlich und nach ihm die samaritanische Chronik des Abulfatch (S. 38) enthalten folgende seltsame Mittheilung. 'Eli, der von den Samaritanern als ein unbefugter Eindringling neben dem damaligen rechtmäßigen Hohenpriester geschildert wird, habe Opfer auf den Altar gebracht ohne Salz, der Hohepriester habe diese Opfer für untauglich erklärt, 'Eli habe jedoch eine Partei für sich zu gewinnen gewußt, und so sei ein Schisma in Israel entstanden. Dieser seltsame Bericht ist offenbar Nichts weiter als ein Zurückdatiren späterer gesetzlicher Differenzen zwischen Samaritanern und Juden, und das ist in den meisten Fällen gleichbedeutend mit denen zwischen Sadducäern und Pharisäern, in eine ältere Zeit hinauf. Also wir begegnm hier ausdrücklich einem Kampfe zwischen Samaritanern und Juden, oder auch zwischen Sadducäern und Pharisäern über die Darbringung von Salz mit dem Opfer, welche die ersteren für nothwendig, die letzteren für überflüssig erklären. Es ist dann ganz konsequent, wenn die späteren Samaritaner, welche das Peßachwelcher BerS vom täglichen Opfer handelt, entnommen werden soll, Gott habe dem Moses die Schlachtregeln gezeigt, und wenn man später diese Ableitung zurückließ, so mag man eben Anstand genommen haben, die Schlachtregeln erst dem Opserbrauche entlehnt zu haben.

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