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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 125

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 125 (sequence 45)
Language
German
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Testament der;Wölf Patriarchen. 125 aufgeklärt ist und dennoch ehedem von großer Wichtigkeit gewesen zu sein scheint und großen praktischen Einfluß gewonnen hat. Isaak nämlich beschließt seine Ermahnung (das.) mit den Worten: ein jedes Opfer sollst Du mit Salz salzen. Diese Hervorhebung des Salzes, obgleich sie eigentlich blos die Schlußworte von 3 Mos. 2, 13 wiedergiebt, hat dennoch Dillmann veranlaßt, in diesem Punkte eine Abhängigkeit unsers Verfs. von dem Buche der Jubiläen zu erblicken (Sinker S. 83), wie wiederum Kahser darin einen Ebionitismus sieht, welcher auf das Salzen des Abendmahls Gewicht legt (Sinker S. 25 und Anm. 4). Gehen wir jedoch der Sache tiefer auf den Grund, so finden wir hier eine sadducäisch-priesterliche Vorschrift, welche von den Pharisäern gern zurückgedrängt wurde.*) Die Vorschrift des Salzens bringt die genannte Bibelstelle zunächst bei dem Mehlopfer, dehnt sie aber mit den Schlußworten aus jede Darbringung ()2np), also Wohl auch auf das thierische Opfer aus. Die Nothwendigkeit des Salzes für den Opferritus erweist auch der Umstand, daß dem Efra von dem Könige neben andern Bedürfnissen für den Altar auch eine genügende Quantität Salz zugewiesen wird (Efra 6, 9. 7, 22), gerade wie später auch von Antiochus berichtet wird (Josephus Alterth. XU 3, 3). An diesen Orten wird das Salz neben dem Waizen genannt, so daß man zunächst an seinen Gebrauch für das Mehlopfer gedacht zu haben scheint. So lassen auch die 70 in 3 Mos. 24, 7 zu den Schaubroden nicht blos Weihrauch darbringen, sondern sie fügen auch noch das Salz hinzu (xal aXa)} ein Zusatz, der sicher nicht ohne Absicht gemacht ist. Jedoch auch für das thierische Ganzopfer schreibt Ezechiel (43, 24) das Bewerfen desselben mit Salz durch den Priester vor, und dasielbe giebt Josephus an (Alterth. III 9, 1). Auch die thalmudische Halachah tritt principiell keineswegs gegen diese Bestimmung auf. Im Gegentheile geht Sifra zur Stelle vollständig in dieselbe ein, adoptirt die Erweiterung der Salzverbindlichkeit für alle Opfer, auch die thierischen, und ziemlich einmüthig wird gelehrt, das Opfer sei untauglich, wenn die Salzbestreuung dabei fehlt. Auch gedenkt die Mischnah (Middoth 5, 3) einer Zelle im Tempelvorhofe, die den Namen: Salzzelle, trägt, weil dort die Salzniederlage für die Opfer *) In Kürze habe ich diesen Gegenstand bereits in der Zeitschr. der Deutschen morgcnländischen Gesellschaft Bd. XX S. 148 s berührt.

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