Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Testament der zwölf Patriarchen. 121 nie keiner des Altars gepflegt hat," ״von Juda aufgegangen" (7, 5 ff, besonders V. 13. 14), und ״wo das Priesterthum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden" (V. 12). Diesem Hohenpriester ist ״nicht täglich noth, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigne Sünde Opfer zu thun, darnach für des Volkes Sünde; das hat er gethan einmal, da er sich selbst opferte" (V. 27). Das alte Heiligthum mit Opfern und Priesterthum, mit dem Hohenpriester, der allein hinter den Vorhang gehen durfte, war ein Vorbild für den Hohenpriester der zukünf- Ligen Güter, und wenn das Blut der Opferthiere und die Asche von der Kuh gesprengt die Unreinen zur leiblichen Neinigkeit heiliget, wie vielmehr das Blut dessen, der sich selbst Gott geopfert hat (9, 1 ff). So sind die vielen jährlich wiederkehrenden Opfer, die dennoch nicht vollkommen machen, aufgehoben und an ihre Stelle ist getreten das einzige ewig gültige Opfer (10, 1 ff). Darum ermahnt der Schreiber zum Glauben und zur Ausdauer. ״Wir haben, schließt er, einen Altar, davon nicht Macht haben zu essen, die der (Tempel-) Hütte pflegen. Denn welcher Thiere Blut getragen wird durch den Hohenpriester in das Heilige für die Sünde, derselbigen Leichname werden verbrannt außer dem Lager. Darum auch Jesus, auf daß er heiligte das Volk durch sein eigenes Blut, hat er gelitten außen vor dem Thor" (13, 10 ff). Das ist ein ächt sadducäisches Doeument, Schriftdeutung und Gedankengang eines Priesters, der sich selbst den Glauben an das begonnene messianische Reich zurechtlegt und die Anhänger seiner alten Richtung für diesen neuen Glauben empfänglich zu machen sucht. — In ganz gleicher Weise erfaßt der Verfasser der Testamente der zwölf Patriarchen Jesus als König und Hohenpriester, der durch seine Selbstopferung der Welt die Versöhnung brachte (die Stellen bei Sinker S. 107 ff). Deshalb mußte er ebensowohl ausLevi wie aus Judah hervorgehn, dieses als König, jenes als Hpr., welches letztere Amt jedoch für den Verf. von weit .höherer Bedeutung ist (noch ferner bei Sinker S. 88 f). Der Verf. betrachtet für die vorchristliche Zeit das levitische Priesterthum und den Opferdienst im Tempel als den vollen Inhalt des religiösen Volkslebens, den Stamm Levi als den hervorragenden, dem alle andern Stämme huldigen müssen. Nach der eigenthümlichen Anläge des Buches werfen nämlich die zwölf Söhne Jakob's vor ihrem Lebensende in Gegenwart ihrer Nachkommen einen Rückblick