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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 120

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 120 (sequence 40)
Language
German
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IRI
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120 in. Apokryphe» zweiter Ordnung. Priesters, die Idee des Opfers im Allgemeinen und die des Todes Jesu als eines Sühneopfers für die Gesammtheit hervor. Während demnach das Christenthum dem Pharisäismus, seiner heißen Messiaserwartung, seinem Glauben an die Auferstehung und die damit verbundene ganz neue Welt zunächst seine Entstehung verdankt, so hat ihm der Sadducäismus den Messias als Hohenpriester und den stellvertretenden und süh- «enden Opfertod als Mitgift zugebracht, die sich dauernd in ihm erhalten hat. Zur richtigen Würdigung des Judenchristenthums überhaupt und der einzelnen judenchristlichen Secten und ihrer Schriften ist offenbar die Prüfung, inwiefern pharisäische oder sadducäische Lehren mehr in den Vordergrund treten, inwiefern ein größerer Nachdruck auf Beibehaltung des jüdischen Gesetzes gelegt wird oder auf das stellvertretende Opfer, auf die Abspiegelung der alten Tempeleinrichtungen in der neuen Gestaltung der Dinge, von entscheidender Wichtigkeit. Diese kirchengeschichtliche Untersuchung kann hier nicht unsere Aufgabe sein, sie überragt auch weit das Gebiet unseres Studienkreises; allein ich möchte den Kirchenhistorikern die Beachtung dieses Punktes als eines Ausgangspunktes, als eines Maßstabes für ihre Forschungen dringend empfehlen, in der sichern Ueberzeugung, daß er sich fruchtbar erweisen wird. Es genüge uns, hier zunächst auf den in die Begründungsschriften des ״neuen Testaments" aufgenommenen ״Brief an die Hebräer" und auf das Apokryphon, von dem wir ausgegangen, ״die Testamente der zwölf Patriarchen" einen kurzen prüfenden Blick zu werfen. Der ganze Brief an die Hebräer mit seiner ununterbrochenen Herbeiziehung und Ausdeutung hebräisch-biblischer Stellen ist voll von der Empfehlung, Jesus den Messias anzuerkennen als ״den Hohenpriester vor Gott zu versöhnen die Sünde des Volkes" (2, 17. 3, 1. 4, 14. 5, 1 ff. 6, 20), ״der hineingeht in das Inwendige des Vorhanges" (6, 19 f.), d. h. der das Allerheiligste betreten durfte, welches durch einen Vorhang von dem übrigen Heiligthume geschieden und dessen Betretung sonst Jedem verboten war, ״der Priester in Ewigkeit wie Melchisedek" (7, 1 ff). Ehedem waren die Priester aus den Leviten und es war ihr vollkommenes Recht, allein nicht also Melchisedek und der, welcher nach seiner Ordnung und nicht nach der Aaron's ein ewiger Priester sein sollte, der kommt ״aus einem andern Geschlecht, aus welchem

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