Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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116 III. Apokryphen zweiter Ordnung. Herausgabe der alten syrischen und lateinischen Uebersetzung der in Rede stehenden Schrift gedacht. Wie eine Nachricht aus Cambridge mittheilt, (vgl. weiter unten in der Rubrik ״aus Briefen,") erscheint nämlich dort von dem genannten Gelehrten die Schrift nach dem griechischen Texte, der syrischen Uebersetzung und der lateinischen Paraphrase mit andern auf die makkabäischen Märtyrer bezüglichen Documenten. Sicher wird diese neue, auf handschriftliche Vergleichung gestützte Ausgabe noch weiter viele Hülfsmittel zur Berichtigung! und Feststellung des Textes darbieten; von der aus Handschriften des Britischen Museums gewonnenen syrischen Uebersetzung liegen mir vorläufig acht Druckseiten vor. — II. In die ersten judenchristlichen Kreise führt uns eine andere Schrift, die neuerdings mit großer Sorgfalt behandelt worden: Testamenta Xll Patriarcharnm; ad fidem codicis Cantabrigiensis edita: accedunt lectiones cod. Oxoniensis. The Testaments of the XII Patriarchs: An attempt to estimate their Historic and Dogmatic Worth. By Robert Sinker, M. A. Chaplain of Trinity College, and late Crosse and Tyrwhitt University scholar. Cambridge 1869. XX und 208 S. — Die frühen judenchristlichen Schriften find ungemein belehrend über die ersten geistigen Gährungen in dem Schoße der neuen Gemeinden, bevor das heidnische Clement einen überwältigenden Einfluß gewann. Dort gewahren wir den vollen ungelösten Zusammenhang mit dem Judenthume, wie es sich damals ausgeprägt hatte, nur daß ein neues messianisches Element, d. h. der Glaube, daß der unter den damaligen jüdischen Verhältnissen erwartete Messias wirklich mit Jesus bereits erschienen sei, mächtig in den Vordergrund trat und tief umgestaltend einwirkte. Die Zerstörung Jerusalems und seines Tempels, die völlige Auflösung des jüdischen Staates war nach vielen Seiten hin ein weltgeschichtliches Ereigniß und eröffnete auch dem jungen Christenthum in den übrig gebliebenen Rest der Juden erst recht den Eingang. Der größte Theil blieb freilich dem alten Glauben treu und hielt an den alten Hoffnungen fest; die verschiedenen Richtungen, welche im Schoße der Juden herrschend waren zur Zeit da das Reich noch bestanden, suchten, eine jede nach ihrer Weise, nun