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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 114

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 114 (sequence 34)
Language
German
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114 III. Apokryphen zweiter Ordnung. (Breslau Schletter'sche Buchhandlung 1869. 116 Seiten, mit einem besondern Hefte, ״Noten" bis S. 173) herausgegeben. Dieses Product, welches in Josephus' Werken abgedruckt ist, zeichnet sich allerdings weder durch Inhalt noch durch Form aus; Hr. Freud, jedoch-weiß seine Untersuchung durch reiche Belesenheit, durch Ausblicke nach den anschließenden Richtungen hin fruchtbar zu machen, und seine Behandlungsweise ist mit so acht methodischer Kunst, daß man ihm mit Interesse folgt und seine Resultate für ziemlich sicher gestellt annehmen wird. Er geht aus von der Entstehung der Predigt, welche er dem jüdischen Hellenismus vindicirt; religiösen Reden, an das in der Synagoge versammelte Publikum zur Aufrichtung, zur Belehrung und Erbauung gerichtet, verdankte zunächst auch ein großer Theil der Schriften Philo's ihre Entstehung und auch die vorliegende Rede sei eine solche philosophische Predigt gewesen, die wirklich gehalten worden und streng nach den in den damaligen Rhetorenschulen geltenden Regeln verfaßt sei. Sie fand eine sehr weite Anerkennung und wurde nicht blos von Historikern und Lexikographen, sondern auch von christlichen Predigern, wie Gregorius von Nazianz, Johannes Chrhsostomus, Ambrosius u A., gelesen, geschätzt und gar häufig benutzt. Der religionsphilosophische Gehalt ist in der Schrift freilich nicht fest genug ausgeprägt, um aus ihr bestimmte herrschende oder den Verfasser besonders erfüllende Ansichten zu entnehmen. War der jüdische Hellenismus im Ganzen eklektisch, so bewegt sich unser Redner vorzugsweise in Gedanken, welche den praktischen Zweck der Ermuthigung, der Er- Weckung zur Beharrlichkeit haben, weniger einem scharf ausgesprochenen Systeme angehören, jedoch am nächsten der stoischen Schule stehen. Der Herr Vers, faßt fern Urtheil über ihn in dieser Beziehung in Folgendem zusammen (S. 71): ״Ps. Josephus ist kein speculativer Kopf im wahren Sinne des Wortes . . ., auch nicht der Mann, der die philosophischen Gedanken Anderer durch eine glänzende Darstellung wie neugeschaffen erscheinen lassen könnte. . . . Aber er ist ein klar denkender Kopf, der aus verschiedenen Systemen mit reifem Urtheil zusammensucht, was seiner Denkungsart sich fügen will, der, obgleich Stoiker in den Grundzügen seiner Ethik, sich gänzlich lossagt von ihrer Metaphysik und auch ihrer rigoristischen Moral kühn entgegentritt u. s. w." Die geschichtlichen Bestandtheile dieser Rede, welchen sie auch ihren Namen verdankt, beziehen sich bekanntlich auf das auch im

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