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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 109

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 109 (sequence 29)
Language
German
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namentlich ihres historischen Thelles. 109 das Richteramt, vor dem ein jedes Ereigniß erst sich voll bewähren muß, bevor es als sicher in die Hallen der wohlbezeugten Geschichte eintreten darf. So ist ihm daher die Urgeschichte der Väter fast mit ihren Personen nur ein Reflex der späteren Volksgeschichte, und so sehr auch die Erzählung einzelnes Detail häuft, Zahlen angibt, Ort und Zeit bestimmt, an andere Zeitereignisse anknüpft, ihm entgeht in dieser scheinbaren Nüchternheit die ins Einzelnste ausmalende Sage nicht, die so ihren Anspruch begründen will als Geschichte zu gelten und dennoch gerade in diesen näheren Angaben gehäufte Unwahrscheinlichkeiten, ja Unmöglichkeiten enthält. Das wird z. B. trefflich in der Geschichte des Kampfes Abrahams mit den vier mächtigen Königen nachgewiesen, und wie wenig er sich von Modethorheiten der Zeit eine Huldigung erzwingen läßt, beweist der köstliche Humor, der in den Worten (S. 160 Anm. 2) sich ausspricht: ״Es sollte mich übrigens gar nicht Wundern, wenn beherzte Keilschriftenforscher, die immer eine so vortreffliche Harmonie zwischen den Strinurkunden und ihrer Auffassung des A. T. zu finden wissen, auch einmal^Genaueres über Kedorlaomer und seine Verbündeten in ihre Inschriften Hineinlesen würden." Was N. hier als harmlosen Scherz hinwirft, das ist in vollem Ernste, wie ich aus dem Athenaeum vom 22. Nov. ersehe, von einem englischen Gelehrten, George Smith, unternommen worden. Er hat richtig auf einer assyrischen Inschrift einen Kudur-Mabuk gefunden, und diesen identificirt er mit Chedor-Laomer; die letzten Hälften beider Wörter seien Götternamen, die mit einander wechseln könnten. Der Sohn des Kudur-Mabuk heißt daselbst: König in Larrak, und führt als Beinamen Abda mat Martu, das heißt: Eroberer von Syrien. Freilich wird von Andern die Lesung Abda bestritten und die Bedeutung des Abda, wenn die Lesung zugegeben wird, als willkürlich ersonnen bezeichnet. Genug, die Apologetik hat die neuere Wissenschaft, wenn sie einen solchen Namen verdient, wiederum als Magd in ihren Dienst genommen. — Ebensowenig läßt er sich zu den Künsteleien verführen, mit denen man in die hebräische Dichtkunst fremdartige Kunstformen einführen wollte, während sie sich bei den kraftvollen Dichtern ohne bindendes Gesetz durch den Schwung der Begeisterung und das innere waltende Gesetz harmonischer Gestaltung in einem zwar freien und regellosen, und dennoch wie maßgefügten Rhythmus bewegt. So hat man gewaltsam bestimmte Strophenwiederkehr in den lyrischen Dichtungen

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