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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 103

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 103 (sequence 23)
Language
German
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103 namentlich ihres historischen Theiles. Juda in seiner straffen Einheit nahm eine andere Stellung zu den Stämmen ein, sein Land ward nun das einzig geheiligte, sein Tempel der einzig berechtigte, das Priesterthum hatte blos an ihm Geltung, während alle andern Priester den Leviten gleichgestellt waren, sein gesetzliches Leben trug einen ganz andern Charakter, das Prophetenthum in seiner höhern Erhabenheit gelangte zu einer ungeahnten Blüthe, und so trat auch die ganze alte Geschichte in anderem Lichte aus. Jene vier ersten Bücher des Pentateuchs, von anderem Geiste durchweht, wurden durch ein neues, das Deuteronomimn, verdrängt, und die prophetische Literatur erfüllte das Land. Doch auch das vorhandene Gut ward insofern verwerthet, als man es der gegenwärtig herrschenden Richtung anpaßte. Schon damals erhielten denrnach die vier ersten Bücher des Pentateuchs Zusätze und Umgestaltungen, wenn auch der ganze Charakter dadurch nicht vollständig entstellt wurde. Dieser nebenhergehende eingeschobene Bestandtheil ist als zweiter Stamm recht erkenntlich, und nur weil die alten Bücher nicht in vollem Ansehen standen, man sie durch ein neues ersetzt hatte, bewahrte uns ihre alte Gestalt neben den neue.n Zusätzen unverändert. Dieser Zustand blieb auch, als Juda nach dem kurzen Exile seine Restauration vollzogen, aber die alten Bücher traten mehr hervor, umsomehr als die Priesterherrschaft, besser in den vier ersten Büchern vertreten, zur Geltung kam. Nun ging man an ein emsiges Verarbeiten und Gleichmachen der verschiedenen Bestandtheile; die Näthe sind sichtbar, aber die enge Zusammenstellung, die sachlich und schriftstellerisch nöthig scheinende Ergänzung wird rüstig von der Redaction vollzogen, und so steht das Werk, aus heterogenen Bestandtheilen zusammengesetzt, als ein einheitliches da. Das ist der Grundriß der Geschichte der hebräisch-israelitischjudäischen Literatur nach ihren einzelnen Schichten. Diese Schichten sind allerdings getrennte Urkunden, die zusammengesetzt worden, und man hat längst diese Verschiedenheit der Urkunden erkannt, doch weniger ihrem inneren Charakter und der Gedankenrichtung nach, auf der sie ruhen. Auch heute noch sind selbst unsere freisinnigen Kritiker etwas harthörig und gehen die altbetretenen Geleise der Urkunden-Zusammensetzung und -Theilung, ohne auf deren inneres Wesen zu achten. Freilich hat für das Schlußergebniß dieser Mangel bei den freisinnigen Kritikern keine wesentlichen Folgen. Im Allgemeinen werden die Geschichtsdarstellungen als spätere d

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