Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2421005-2421007--2036-2423210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ist heidnisch. 95 auf die beiden*) Neumondstage desselben erstreckte, den Monat Mai nicht vollständig decken, weil jener, den ersten Neumondstag mitgerechnet, nur aus 30 Tagen, während dieser aus 31 Tagen besteht. Man mußte daher, da man sich in Rom gewöhnt hatte 31 Tage lang und, einschließlich des Tages vor den Calenden des Mai, 32 Tage lang nicht zu heirathen, auf jüdischem Boden den Brauch ebenfalls auf den ערב ר״ח אייר und auf den Neumondstag des Siwan ausdehnen, so daß man sich im Ganzen 32 Tage lang der Hochzeitsfeier enthielt. Als man nun später den Ursprung des Brauches vergessen und ihn mit dem Tode der Schüler R. Mbas, beziehungsweise mit den Omertagen in Verbindung gebracht hatte, erinnerte man sich wohl, daß der Brauch nur während 32 Tage geübt wurde. Die Gesetzeslehrer glaubten daher vom 1. Tage des Omer ab 32 Tage zählen, und annehmen zu müffen, daß vom 33. Tage ab unter R. Akibas Schülern kein Todesfall mehr eingetreten,**) weshalb sie den Brauch selbst als mit diesem Tage erlöschend bezeichneten d. h. am 33. wie an allen folgenden Omertagen das Schließen von Ehen gestatteten. Wenn das Volk indessen nur am 33. Omertage von dieser gesetzlichen Erlaubniß Gebrauch machte, so geschah es, weil es von der lang gepflegten Sitte sich nicht allzusehr entfernen wollte. Welche Bewandtniß es aber auch mit der exceptionellen Stellung des 33. Omertages haben mag, in keinem Falle ist sie im Stande das Hauptergebniß der obigen Erörterung umzustoßen. Aus ihr möchte Wohl vielmehr für Jeden, der die analogen Vorstellungen und Gebräuche bei den verschiedenen Völkern der Erde mit vorurtheilslosem, prüfendem Auge betrachtet, als Resultat hervortreten, daß dieJuden gleich den Franzosen und Schotten, von den Römern den Brauch ererbt, im Monat Mai, beziehungsweise im Monat Jjar, aus Furcht vor dem verderblichen Einflüsse der bösenGeister keineEhen *) Ans den oben angeführten Worten des Lekibols leket ויטו נל?ןומות טונורגין ליטוא עד ר׳ח geht hervor, daß zur Zeit des Verfassers an den meisten Orten auch am ר״די keine Ehen geschlossen wurden. **) Wir halten den oben angeführten Midrasch, worin es heißen soll עד פרם העצרת für eine spätere Interpolation, geinacht, den ל״ג בעובר möglichst zu rechtfertigen.