Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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94 1• Unterlassung der Trauung zwischen Peßach u. Schabuoth jedoch find unbestimmten Datums und können erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts verfaßt sein,*) während die Kabbala schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts oder zu Anfang des 13. Jahrh. stch auf jüdischem Geistesboden entfaltete. Freilich dürfte hiergegen der Einwand erhoben werden, daß die Kabbala von ihrem Ursprünge bis zu dem kabbalistischen Spiele mit den Zahlenwerthen einen gar weiten Weg zu durchlaufen hatte und daß der Gematria-Schwindel erst im 16. Säculum, durch den Aschkenasi R. Jsaac (Ari) zu voller Blüthe kam; indessen hat bereits Abraham Abulafia aus Saragossa (1240—1291) Notaricon und Gematria als vortreffliche Mittel betrachtet, mit der Geister- Welt in Wechselverkehr zu treten.**) Hieraus aber ließe sich vielleicht schließen, daß sich auch bereits vor ihm hirnverbrannte Köpfe mit diesen kabbalistischen Alfanzereien befaßt haben. Doch selbst wenn das Spiel mit der Zahl 18 sich als das Product einer viel späteren Zeit documentirte, könnte dieß dennoch nicht meine Ansicht über den 33. Tag im Omer erschüttern. Denn es kommt hier nicht sowohl auf die Zahl 18, als auf den Gleichklang der Buchstaben דד, deren man sich im Laufe der Rede immer zur Bezeichnung jener Zahl bedient, und des W o r t e s ד!י Leben, an. Dieser Gleichklang konnte nehmlich schon im gaonäischen Zeitalter den Anhängern der Mystik, dieser Vorläuferin der Kabbala, eine Handhabe bieten, dem 18. Jjar eine schützende Kraft gegen die drohende Gefahr beizulegen, da ja selbst die Mischnalehrer schon einen solchen Gleichklang oder auch nur eine Klangähnlichkeit zweier Wörter zu verwerthen bedacht waren. Hierfür zeugt die Glosse R. Me'irs והנה טוב מות zu den Worten der Genesis וחנד טוב מ א ו ד. — ***) Uebrigens ließe sich die exceptionelle Stellung des 33. Omertages, oder vielmehr die Erlaubniß der Gesetzeslehrer, von diesem Tage an bereits heirathen zu dürfen, noch auf andere Weise erklären, wenn anzunehmen gestattet wäre, daß der Brauch im Mai nicht zu heirathen in Rom selbst schon am vorhergehenden Tage, am letzten April, den die Römer mit ״pridie calend. Mai. — ערב ראעו תדטו אייר bezeichneten, zur Anwendung kam. Denn der Monat Jjar konnte, selbst wenn in alter Zeit der Brauch sich auch *_) Die letzten Tossafisteil lebten ungefähr um 1260. **) Vgl. Jellinek Philosophie und Kabbala S. 40 ff. ***) Midi•, rab. z. di esen Worten.