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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 84

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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84 I Unterlassung der Trauung zwischen Peßach u. Schabuoth noch als Grund verzeichnet, ״weil die dahingeschiedenen Frevler gerade so viele Tage ihre Höllenstrafe leiden müssen, als man von Peßach bis Schabuoth zählt." Die Angabe so vieler, von einander abweichender Gründe zeigt zur Genüge,;daß man mit dem eigentlichen Grunde des im Volke festwurzelnden Brauches nicht bekannt war, und man sich Mühe gab, einen solchen aufzufinden, um jenem Brauche die religiöse Weihe zu ertheilen. Der zuerst angeführte Grund überragt indessen an Alter die übrigen beiden, wie dies aus folgendem Gutachten hervorgeht, das R. Jerucham im Sepher Adam wechawah 22, 2. heranzieht: ״G. Hai Gaon", lesen wir hier, ״erwiderte auf eine an ihn ergangene Anfrage, daß wol erlaubt sei zwischen Peßach und Azereth einen Trauungsact zu vollziehen, jedoch nicht sich mit der Neuvermählten ehelich zu vereinigen und ein Hochzeitsmahl zu veranstalten, weil nur die letzteren beiden Anlaß zur Freude geben. Daher bescheide man jeden Fragsteller, in dieser Zeit seine Braut nicht heimzuführen, da die Schüler des R. Akiba alle zwischen Peßach und Azereth an der Rachenbräune gestorben, weil sie sich gegenseitig nicht ehrerbietig begegneten. Verstößt indessen Jemand gegen diesen Bescheid, so darf er in keinerlei Weise dafür bestraft werden." Erhellt aber aus diesem Citate R. Jeruchams, daß man schon zu Anfänge des 11. Jahrhunderts den fraglichen Brauch durch den Tod der Schüler R. Akibas motivirte, so wird das weit höhere Alter dieser Begründung durch das 86pder Ledaars Isodudad documentirt. In dieser Gutachtensammlung der Gaonen lesen wir nehmlich ed. Fischel, Leipzig )ת״ר״יד S. 12, Zeichen 278 unter den Response» des R. Natronaj Gaon, die sich von Zeichen 274—281 erstrecken: ״Auf Eure Frage, ob es ein bloßer Brauch oder ein religiöses Verbot (Jssur) sei, daß man zwischen Peßach und Azereth weder einen Trauungsact vollzieht, noch die Braut heimführt, erwidere ich Euch: Erfahret, daß es nicht ein religiöses Verbot, sondern nur ein ״Trauerbrauch" ist; denn also erzählen die Weisen: 12,000 Schülerpaare hatte R. Akiba und Alle starben zwischen Peßach und Azereth, weil sie sich gegenseitig nicht ehrerbietig begegnet, und alle starben sie an einer ungewöhnlichen Todesart, an

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