Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Targum zur Chronik. 79 eingefüglen Einzelnheiten bedeutsam genug, um das Gesammturtheil der Kritik zu Gunsten des geschichtlichen Werthes des Buches umzustimmen. Gehen wir auf die ursprüngliche Gestalt desselben näher ein, so kann es als unbestrittenes Resultat, der Kritik seit Zunzens Untersuchungen gelten, daß das mit einem halbabgebrochenen Satze abschließende Buch der Chronik mit den B. B. Esra und Nehemiah, deren erstes mit den Schlussesworten der Chronik beginnt, ursprünglich ein Ganzes ausgemacht hat und daß, da dieselbe Priesterhand in der Erzählung der Restaurationsgeschichte durch den gleichen Stil und die gleichen Lieblingsbetrachtungen sich kenntlich macht, diese 2 (oder 3) Bücher von einem Verfasser herrühren. Die Anlage des ganzen Werkes war demnach darauf berechnet, eine vollendete israelitische Reichsgeschichte mit Einschluß der Restaurationszeit im priesterlichen Sinne zu geben, und für diese letzte Geschichte konnten die Denkschriften Ezra's und Nehemiah's in den Tempelarchiven zur besseren Beglaubigung des Ganzen benützt werden. Der umfassende Name Dibr6 hajamim erstreckte sich somit auf das gesammte Geschichtswerk und fände allerdings in der Tendenz derselben seine Rechtfertigung; es will eben die aus den Reichsannalen geschöpfte Geschichte sein. Aber eine Frage ist zu berühren, über die man viel zu rasch hinweggegangen ist: Wo ist der Anfang der so angelegten Geschichte zu suchen? Weder die Namensauszählung: Adam, Seth, Enos k. in 1,1, noch die halbabgerissene, Ln meä1a8 r68 einführende Erzählung von der Niederlage Sauls Cap. 10 konnten den eigentlichen Anfang des Geschichtswerkes bilden. Da sagt man freilich, das Buch, das die Geschichte der davidischen Dynastie behandeln wolle, hebe mit Recht beim Tode Saul's an und führe die Geschichte von Adam bis zu Saul, die zur Anlage des Ganzen nicht nothwendig war, wenigstens durch die in den ersten 9 Kapiteln gegebenen Namens- und Geschlechtsverzeichnisse der Erinnerung vor. Allein, abgesehen davon, daß die Anordnung und Durchführung der genealogischen Tabellen kaum dem Zwecke entsprechen kann, eine Brücke zu schlagen von Adam bis zur davidischen Zeit (Bertheau), zumal ein Theil der genealogischen Trümmer sogar aus der nachexilischen Zeit herrührt (Cap. 0), — hat man sich denn auch vergegenwärtigt, welche grenzenlose Ungeschicklichkeit man dem Geschichtsschreiber der Chronik hiebei zu-