Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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78 VI. M. Rosenberg und K. Köhler. Diese durch und durch tendenziöse Geschichtsdarstellung, welche in kurzen treffenden Zügen schon in Geiger's ״Urschrift" S. 23 — 26 gekennzeichnet ist, tritt geradezu mit dem Ansprüche auf, als echte, aus den authentischen Schriften der jedesmaligen hervorragenden Propheten, wie sie das Reichsarchiv bewahrt haben sollte, geschöpfte Geschichte zu gelten. Sie citirt, während sie die Erzählung der Königsbücher oft bis zur unvorsichtigsten Wörtlichkeit, (vergl. z. B. II 10, 19 u. f.) nachschreibt, die Prophetien des Samuel und Nathan (I 28, 29), des Achija aus Siloh (II 9, 29) oder die Auf- Zeichnung — בלדרעו — des Propheten Jddo (14,22), ״die Berichte des Jehu, Sohnes Hanani's, die in das Buch der Könige Israels ausgenommen sind"! (20,34) und ״die Weissagung des Propheten Jesajah im Buche der Könige Juda's und Israels" (32,32); oder, wo es ihr an den passenden lückenbüßenden Namen gebricht, ganz unbestimmt ״die Aufzeichnung נלדרען des Buches der Könige" (24, 27.) oder ״das Buch der Könige Jsr. und Judas (35,27) und auch allgemeinhin die Berichte der Seher 33,19) רבדי nach den LXX). Alle diese durch ihre, den Forscher verwirrende Mannigfaltigkeit und Menge verdächtigen Citate haben offenbar den Zweck, die den ״Büchern der Propheten" gezollte Glaubwürdigkeit dieser priesterlichen Geschichtsfärbung zu sichern. Zur Bekräftigung der Authenticität wurden auch Zuthaten hie und da nicht verschmäht, die auf Volkssage oder nicht ausgezeichneter Tradition beruhten, wie II. Ehr. 20, 26; 25, 5—10; und allerdings soll damit nicht geleugnet werden, daß die Chronik auch einzelne werthvolle geschichtliche Daten darbietet, die theilweise den Priestern, deren Amt es war, die Familienregifler zu führen und die archivalischen Dokumente zu bewahren, zu Gebote gestanden haben können. Ein anderer Theil scheint einem ehedem vollständigeren Texte der Königsbücher entnommen zu sein, der nach vielerlei Anzeichen, swie ein Vergleich des abgebrochenen Schlusses des II. Buches (Samuel) mit der chronistischen Erzählung I. Cap. 21—22,1 oder der LXX zum 12. Cap. d. III. B. d. Könige mit dem mass. Text lehrt,^ nur unvollständig erhalten ist; dies mag bei II. Chron. 11, 5—12 u. 18—23; 13, 19 u. 21 der Fall sein. Keinesfalls sind aber diese בכי אחר, aus dieser Zeit stammt, ist die Frage und dürfte eher aus der späteren rabbinischen Adneigung gegen den Stamm Dan, vergl. Thossifta Sabbatb c 8 und Zuuz Gottekd. V. S. 30 Note, geflossen stin.