Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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die ©errät. 47 bruch gekommenen, die prophetische Verkündigung erst in ihrer Neinheit darstellenden und ihr faktisches Leben einhauchenden Gedanken: daß jeder Heide, der aus UeberzeugungJ), oder, wie sich die Rabbinen ausdrücken, in ״Gerechtigkeit" (Ger Zedek) zum Judenthum übertrat, als wirklicher Jsraelite zu betrachten sei, die Bahn zu brechen. Und dieser bedeutende, das ganze ursprüngliche Verhältniß umkehrende Schritt ist um so wichtiger, »als er die Bedingung des bei den Aposteln des Christenthums, besonders bei Paulus hervortretenden Wirkens für die ausgedehnteste Geltendmachung der prophetischen Menschheitsvereinigung in der Erkenntniß Gottes war, welche, mit dem Glauben an den erschienenen Messias schon nach der Prophezeiung verbunden, eben deshalb auch zur Beglaubigung des Messias selbst, als das höchste Zeichen der Zeit, als das durchgreifendste Wunder nothwendig erscheinen mußte. Dieser Zusammenhang und seine Bedeutung für das Proselytenwesen, besonders für die Aufnahme von Proselyten in das Judenthum wird um so klarer, wenn man sich der Thatsache erinnert, daß Jesus selbst, und auch die Apostel im Anfang ihres Wirkens, in der Zu- Ziehung der Heiden zu der neuen Heilsverkündigung, also in der Aufnahme derselben in das Judenthum — denn weiter war ihnen Anfangs das Christenthum sicher nichts, als ein Judenthum mit dem bereits erschienenen Messias — noch sehr schüchtern auftraten. Der Rabbinismus huldigte Wohl dem neuen Gedanken und mußte ihm huldigen, da er von Esra, diesem ״zweiten Mose" inaugurirt war, aber, wie man deutlich sieht und wie aus der Entwickelung des Gedankens, wie wir Nachweisen werden, unläugbar hervorgeht, in ihrer Mehrheit nur gezwungen, als eine Concession an die Zeit- Verhältnisse; er nahm daher die^ Proselyten Wohl an, die sich aus Ueberzeugung dem Judenthum anschließen wollten, suchte solche aber nicht auf. Der Gedanke, daß der Heide ein Jsraelite werden sollte, erregte immer von manchen Seiten noch einen gewissen Hörror; Proselytenmacherei war ihm daher jedenfalls fremd. Dieser Gedanke war im Anfang wohl auch noch in den Christus-Anhängern vorherrschend. Denn auch in Bezug auf das innere Religionsleben trat das Christenthum im Anfang eben auch nur als einfache, oft sogar unsichere und schwankende Reform auf. Erst mit Dies liegt offenbar in dem נבדל bei Neh., das wie auch sonst, die innere Absonderung von der Unreinheit der Heiden ansdrückt-