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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 1 (1870) · p. Seite 42

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
1 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 42 (sequence 45)
Language
German
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IRI
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42 lll. Menachcm, der Messias. dem zum Christenthume übergetretenen Theile der Juden begegnen, namentlich unter denen, welche Jesus über die messianische Stellung emporgehoben und ihn zu einer göttlichen Persönlichkeit umgewandelt hatten. Für den Vers, des johanneischen Evangeliums ist Jesus der Logos, der im Vater Wurzelnde, von ihm Ausgegangene, in ihn Zurückkehrende; er ist höher als der erwartete Messias, er wird aber einen solchen, einen ״Tröster", Paraklet — wie die griechischen Uebersetzer Menachem wiedergeben — senden, der seine Anhänger auf Erden leiten wird. Nun erst werden, die räthselhaften Stellen im Johannes-Evangelium (14, 16. 26. 15, 26. 16, 7 ff.), in denen die Sendung eines Parallelen — M'nachmono beim jerusalemischen Syrer — verheißen und dessen Aufgabe geschildert wird, erklärlich. Er gehört zur Ausgleichung seines Standpunktes mit den allgemeinen jüdischen Zukunftshoffnungen. Für die synoptischen Evangelien war Jesus selbst der vom Volke erwartete Messias, der nun erschienen und auch wiederkehren wird; für das Johannes-Evangelium jedoch ist Jesus eine weit überragende Persönlichkeit, der erwartete Messias war mit ihm - nicht erschienen, er mußte noch kommen, natürlich nach der Färbung des von dem Vers, eingenommenen christlichen Standpunktes, nicht als ein jüdischer Restaurator, sondern als ein Führer nach der neuen Lehre, als ein Bote des Vaters und des Logos, um in der Menschheit deren Aufträge auszuführen. So ward der vielbesprochene und ebensoviel mißverstandene — Paraklet. Also: zuerst war Jesus für den neuen christlichen Glauben als der ersehnte Messias eingetreten. Als der neue Glaube jedoch die Gränzen des palästinischen Judenthums überschritt, ward der eine kurze Zeit in die Erscheinung getretene, dann wieder entrückte Messias Jesus zuerst für die an alexandrinisch - philosophische Vorstellungen gewöhnten griechischen Juden zum Logos, dann für die Heidenchristen, die an dem jüdischen Messias kein besonderes Interesse nahmen, einfach zum Sohne Gottes umgewandelt. So war Jesus in eine ganz neue Stellung versetzt, er rückte zu einer Persönlichkeit in Gott vor, die hoch erhaben über jede Erdensendung war. Die Würde des Messias war erledigt; diese Lücke machte sich doch für die noch immer geltenden jüdischen Traditionen fühlbar, sie mußte ausgefüllt werden, und so rückte denn in die Messiaswürde Menachem-Paraklet ein. Dennoch konnte auch dieser Messias nicht in seiner greifbaren jüdischen Gestalt bleiben, auch in

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