Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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40 III. Menachem, der Messias, Jude, spanne Deine Kuh ^wieder an, nimm Deine Ackergeräthe wieder auf, denn der Messias ist geboren worden. Wie heißt er? fragte der Jude; Menachem, erwiderte der Araber. Wie heißt sein Vater? Hiskia, war die Antwort. Woher ist er? Aus dem Königspalaste von Bethlehem-Jehudah. Der Jude nun verkaufte sein Ackergut und ward zum Händler mit Windeln, zog damit durch die Städte, bis er auch zur genannten Stadt kam, wo ihm alle Mütter abkauften, doch nicht die Mutter Menachem's. Als die Frauen sie gleichfalls zum Kaufen ermunterten, sprach sie: o, ich müßte meinen Sohn erwürgen, da am Tage, als er geboren wurde, der Tempel zerstört worden. Die Frauen trösteten sie und sprachen: wie der Tempel mit seinem Eintritte (oder: durch seine Veranlassung, ברגלוד1י) zerstört worden, so wird er auch mit seinem Einlritte (durch ihn) wieder aufgebaut werden: als sie sich nun doch noch zu kaufen weigerte, weil sie jetzt kein Geld habe, so bewog sie der Händler dazu mit der Beruhigung, er werde den Betrag erst nach einiger Zeit einfordern. Als er nun wiederkam, fragte er nach dem Befinden des Knaben, und die Mutter erwiderte: seitdem Du hier gewesen, haben Winde und Stürme (Geister) ihn mir entrissen. Diese wunderliche Sage ist offenbar das Product eines Volksglaubens, der sich an eine bestimmte Persönlichkeit geknüpft und sie seltsam ausgeschmückt hat. Die Namen und Daten sind in ihr der feste Kern. Menachem, Sohn Hiskia's, ist Zeitgenosse, Veranlasser der Zerstörung des Tempels, er wird es aber auch sein für dessen Wiedererrichtung. Es wird Wohl nicht zu gewagt sein, hier den Freiheitskämpfer Menachem, den Enkel des von gleichem Heldenrühme umstrahlten Hiskia zu erkennen, der zuerst den ernsten Aufrühr gegen die Römer begonnen und so den unglücklich endenden Krieg herbeigeführt hat, an dessen einstige Auferstehung sich aber auch mesfianische Hoffnungen lehnten. Ein Gleiches, nur mit noch mehr abgeblaßten Erinnerungen, hören wir in der babylonischen Gemara Sanhedrin 98 d. Auch dort wird nach dem Namen des Messias geforscht, und in spielender Weise will eine jede Schule Anklänge an den Namen ihres Hauptes darin finden und sucht Dies durch einen Bibelvers zu begründen. Die Schule des Schilah will ihn Schiloh genannt wissen nach 1 Mos. 49, 10, die des Jannai nennt ihn Jinnon nach Ps. 72, 17, die des Chaninah legt ihm diesen Namen bei mit Be-