Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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der Paraklet, der heilige Geist. 39 Male Juda statt ״Theudas" zu lesen ist). Sanhedrin 97 8. heißt es, daß in dem Zeitalter, da ״der Sohn David's" komme, ״Gali- Kur' wüste und ״Gaulonitis" öde sein, d. h. eben die übereifrig nur in politischen Strebungen sich bewegende Partei daniederliegen werde. Der ״Kannaim" und ihres ohne gesetzliche Aufforderung Strafe vollziehenden Eifers gedenkt die Mischnah Sanhedr. 9, 6 ohne weiteres Urtheil, das jedoch eine Baraitha in der jerus. Gemara dahin ausspricht, daß sie nicht mit Zustimmung der Gelehrten gehandelt (vgl. Urschrift S. 126 Anm.). Andererseits nimmt die Mischnah (Aboth 3, 5) den Ausspruch eines Kanna- Sohnes gegen das ״Staatsjoch" auf. Kommen wir zu Men ach em, dem Enkel Hiskia's, dem Sohne Juda's, dem letzten Erben heldenmüthigen Märtyrerthums in dieser Familie. Wenn wir früher (Bd. VII. S. 176 ff.) die Gemaraberichte zu Mischnah Chagigah 2, 2 richtig gedeutet haben, so wird gegen ihn, der sich zum Selbstherrscher gewaltsam aufgeworfen habe, ein scharfer Tadel ausgesprochen. Und dennoch wird es uns nicht Wundern, wenn andererseits an ihn, den Tupfern, der zuerst offen die Fahne des Aufruhrs aufpflanzte, wie an seinen Großvater Hiskia — der Vater Juda trug zu prägnant die Signatur des Partei- Hauptes an sich — sich die messianischen Volkserwartungen knüpften. Und so wird sich uns das richtige Verständniß einiger auffallenden Gemarastellen erschließen. Jerus. Berachoth 2, 4*) ist nach einer Ansicht der Name des zukünftigen Messias: David, nach einer andern: Zemach; auch wie man zu diesem Namen gekommen, begreifen wir im Hinblicke aus Zachar. 6, 12 vgl. 3, 8. Nun aber folgt eine dritte Ansicht, nach welcher der Messias den Namen ״Menachem" tragen soll. Um uns die Entstehung dieser Namengebung erklärlich zu machen, genügt die bald folgende Bemerkung nicht, daß Menachem im Grunde dem Zemach entspreche, da beide Worte gleichen Zahlenwerth haben (vrra, ras 138), umsoweniger als dann noch eine seltsame Geschichte zur Bestätigung dieses Namens mitgetheilt wird. Ein Jude habe gepflügt, da habe seine Kuh gebrüllt, ein vorübergehender Araber, der Dies gehört, habe dem Juden zugerufen, er solle nur seine Kuh abspannen und sein Ackergeräthe wegwerfen, da der Tempel eben zerstört worden; da brüllte die Kuh abermals, und der Araber sagte nun: ף Aehnlich Midrasch zu Klgl. 1, 16.