Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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der Parallel, der heilige Geist. 37 Umsoweniger konnte die Nachwelt in ihrer Trauer um die versunkene Herrlichkeit, wenn auch noch Nachklänge des alten Grolles über den verblendeten Eifer, der den Sturz bewirkte, sich erhielten, den Haß gegen die treuen, nur allzueifrigen Mitkämpfer nähren; die Herbigkeit schwand, löste sich auch gegen sie in milde Wehmuth auf. Den Märtyrern, welche für die allgemeine Sache bluteten, flocht das Volk Strahlenkränze um das Haupt, sollte auch ihre That nicht die Billigung der anerkannten Führer gefunden haben. In der That werden sich uns solche doppelseitige Andeutungen bei näherer Betrachtung der auf diese Personen hinzielenden Stellen zeigen. ׳Hiskia, der Ahn des Märtyrergeschlechtes, wird zwar nicht ausdrücklich in der thalmudischen Literatur genannt, dennoch wird seiner durch Herodes vollzogenen Tödtung und der Anklage, die deshalb gegen Herodes erhoben worden, mit vielfacher Verwirrung der Personen und Daten gedacht (Sanhedrin 19a.b, vgl. Urschrift S. 144 f.). Es wird blos gesagt, ״der Knecht des Königs Janai", d. h. des Hasmonäerhauses, Herodes habe ״einen Menschen" getödtet und sei deshalb vor Gericht gezogen worden; ״der Mensch" erscheint als ein Unschuldiger, die That des Herodes als eine Blutschuld, und die Schwäche des Gerichtes, das ihn nicht zu bestrafen wagte, wird als Feigheit gebrandmarkt. Wenn hier der Name Hiskia's nicht genannt, aber eine ihn betreffende anderweitig bezeugte geschichtliche Thatsache berichtet wird, so dürfte die Vermuthung nicht ganz unberechtigt sein, daß an manchen andern Stellen, wo der Name Hiskia's vorkommt, aber entweder ausdrücklich als der alte judäische König bezeichnet oder doch stillschweigend als solcher verstanden wird, vielleicht zuerst unser Märtyrer gemeint gewesen, der im Laufe der Zeit, nachdem die Erinnerung an ihn verblichen, mit dem bekannten alten König verwechseit worden. In dem bekannten Ausspruche des R. Hillel (Sanhedrin 98 V f.), Israel habe keinen zukünftigen Messias mehr zu erwarten, denn es habe ihn schon in den Tagen ״Hiskia's" genossen, ist noch mehr als die nackte Leugnung einer jeden Zukunfts- Hoffnung der Umstand auffallend, mit dem die Behauptung begründet wird, daß der Messias nämlich in den Tagen Hiskia's aufgezehrt worden. Wie? sagt schon R. Joseph (das.), Hiskia war in den Zeiten des ersten Tempels, nach ihm lebende Propheten verkünden laut und deutlich die Verheißungen für die Zukunft, und sie sollten