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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 1 (1870) · p. Seite 33

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
1 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 33 (sequence 36)
Language
German
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II. Wechsler: Die Aufgabe der Synode. ZZ entscheidend und maßgebend sein, sondern es galt zu untersuchen, inwieweit wissenschaftlich und urkundlich rabbinische und selbst^biblische Bestimmungen und Satzungen einen bindenden Charakter für alle Zeit haben und inwieweit nicht. Daß sich im Leben gar Viele schon von dem und jenem losgesagt, dieses und jenes Ceremonialgesetz von sich abgethan haben aus irgend welcher Rücksicht oder Ueberzeugung — das war Wohl eine Stimulation zur Untersuchung, aber kein wesentliches Moment in der Entscheidung. In der Synode -stellt sich die Sache anders. Ist vom Sabbath, ist von den Speisegesetzen und andern Ceremonialgesetzen die Rede, so sitzen notorisch eine Menge Synodalen da, welche sich selbst schon ohne viel zu fragen, mehr oder weniger von diesen Gesetzen losgemacht haben. Ich mache ihnen daraus keinen Vorwurf, wahrlich nicht, auch daraus nicht, daß sie trotzdem Synodalen sind; ihr Herz schlägt vielleicht trotzdem eben so warm und noch wärmer für die Interessen des Judenthums, sie sind vielleicht die würdigsten, die besten in ihrer Gemeinde. Aber in einem solchen Kreise müssen meines Erachtens gewisse Fragen nicht mehr aufgeworfen und erörtert werden, denn das heißt über ihre Religiosität, über ihre Würdigkeit, in diesem Kreise zu sitzen, verhandeln und abstimmen. Was soll es z. B. heißen, wenn die Synode die ihr von dem wackeren Ritter v. Wertheimer in Betreff des Fahrens am Sabbathe vorgelegte Frage verhandelt? Wie dann, wenn die Com- Mission, welche darüber Bericht zu erstatten hat, das Fahren am Sabbath für unstatthaft, für eine grobe Verletzung der religiösen Vorschriften erklärt? Wie sollen sich bei der Abstimmung Männer Verhalten, von denen bekannt ist, daß sie solcher Uebertretung schuldig sind? Und wenn ich mir vollends den Fall denke, daß Männer in diesem Falle oder in ähnlichen Fragen über Speisegesetze u. s. f. orthodox reden und stimmen, während sie im Leben notorisch ungebunden handeln, so halte ich das für einen Skandal, geeignet die ganze Synode zu discreditiren. Wie kann denn aber die Synode aus diesem Dilemma herauskommen? Meines Dafürhaltens nur durch Selbstbeschränkung, durch richtige" Einengung und Begränzung ihres Gebietes. Sie muß sich bewußt werden, daß sie auf einem andern Standpunkt steht, daß wir überhaupt auf einem andern Standpunkte angelangt sind im jüdisch-religiösen Leben. Der freie Geist hat sich nun Vierteljahresschrift VIII. 1. Z

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