Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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26 I. Di2 Versammlung zu Philadelphia. bald über diese Frage und über die der Mischehen eine Erklärung abgegeben werde. Nicht minder Chronik. Auch er stimmt dem Anträge bei. Es ist unsere Pflicht, sagt er, dem liberalen Elemente unsere Unterstützung zu leihen in dem jetzt wogenden Kampfe. Paulus und Mohammed haben die Welt erobert, die Grundsätze der jüdischen Religion in der einen Hand, und die Abschaffung ausschließender Riten in der andern. Es ist unsere Pflicht, uns mit den erleuchteten Männern andern Glaubens zu vereinigen, offen zu erklären, daß wir in voller Uebereinstimmung mit den Anstrengungen sind, den Fortschritt zu erzielen, und daß wir die Bruderhand denen reichen, welche den Kampf unternehmen gegen die von der Zeit überholten Systeme. — Der Antrag wurde, nach noch einigen Bemerkungen von Köhler und Wise, einer Commission überwiesen. Die Frage ist vertagt, aber sie wird dort nach ihrem ganzen Gewichte wiederkehren. Es handelt sich nicht um niedrige Proselytenrnacherei, um gemeinen Seelenschacher, wir sollen nach wie vor nicht zudringlich um Arme an Geist oder an Mitteln werben, um sie ohne die nöthige geistige Vorbereitung zu einem erheuchelten Bekenntnisse zu drängen. Es handelt sich darum, die Hallen des Judenthums erleuchteten Bekennern des reinen Gottesglaubens weit zu öffnen, und es muß sich zeigen, ob der durch äußere Umstände nicht gehemmte Fortschritt im gegenwärtigen Judenthum sich zur Höhe des Deuteronomiums zu erheben weiß, welches (10, 16) lediglich die Vorhaut des Herzens zu beschneiden ermahnt und von der wirklichen Beschneidung nirgends eine Erwähnung thut, die Geisteshöhe eines Jeremias (9, 25) und Ezechiel (44, 7. 9) zu begreifen vermag, welche der Vorhaut am Fleische nur tadelnd gedenken, wenn sie von der Vorhaut am Herzen begleitet ist, ob die Lehrer der Gegenwart nicht unter den Mischnahlehrer Josua herabsinken, der zur Aufnahme eines Proselhten das Bad für genügend hielt und nicht die Beschneidung verlangte, und ob sie der Ermahnungen eingedenk sein werden, welche Leon da Modena vor ungefähr dritthalb Jahrhunderten in seiner Thoren- (Löwen-) Stimme vernehmen ließ. In Betreff der Proselyten, sagt dieser klarblickende Mann, hat man das nicht begriffen, worauf der Glaube begründet ist, wovon seine Größe und sein Heil abhängt; vielmehr gereichen auch hier wie überall die Satzungen zur Zertrümmerung und zum Verderben. Folgendes hätte angeordnet