Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Die Versammlung zu Philadelphia. 25 Bedingung der Mitgliedschaft in der jüdischen Gemeinde macht für Jemanden, der innerhalb ihres Kreises geboren ist: so ist es andererseits eine positive Halachah, daß ein Proselhte sich dieser alten Ceremonie unterwerfen müsse. Im Principe könne er mit Wise übereinstimmen, er betrachte die Beschneidung nicht als derpflichtend für den Proselyten, und er werde in dieser Ansicht durch keine geringere Autorität als die des großen Thannaiten Rabbi Josua unterstützt, welcher sagt, (Jebamoth 46 a): טבל ולא נלל דלרי ״ זה גרDer Uebertretende wird als Proselhte anerkannt, sobald er das rituelle Bad genommen, wenn er auch nicht beschnitten ist." Allein in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen, welche das Judenthum immer aufrecht erhalten hat, keine Proselyten zu machen, möchte er diese Ceremonie beibehalten als einen schützenden Wall gegen den Zufluß fremdartiger Elemente. Meistens sei es das unreine Element, welches die Religion wechselt, als wäre sie ein Mantel. Er will daher den Antrag einer Commission überwiesen wissen. Darauf erwidert Wise: Er Weiche durchaus von dem frü- Heren Redner ab. So lange wir die Beschneidung zur Bedingung des Eintritts in das Judenthum machen, können wir nicht erwarten, daß Andere dem Judenthum sich anschließen werden als Solche, die für ihren Glaubenswechsel noch andere Motive haben als die religiöse Ueberzeugung. Es giebt jetzt eine zahllose Menge von Menschen, welche mit uns im Princip übereinstimmen, für unsere religiöse Idee begeistert sind, mit uns die tiefe Ueberzeugung von der Einheit Gottes theilen, die sogleich sehr bereit sein würden, mit vollster Aufrichtigkeit und Ueberzeugung das Schema' Israel als Bekenntniß auszusprechen. Nur diese Ceremonie ist das große Hinderniß; nicht etwa weil diesen Leuten der Muth fehlt, für ihre persönliche Ueberzeugung ein Opfer zu bringen, sondern weil diese Ceremonie im Widerspruche stehe mit dem Geiste unseres Glaubens. Er kenne, fährt er fort, gar manche sogenannte Christen, die im Princip bessere Juden seien als eine Menge in diesem Glauben Geborener. Es ist unsere Aufgabe, diese Männer unserer Sache anzureihen. Niemals war eine Bewegung in der religiösen Welt wie zur gegenwärtigen Zeit. Die alten Systeme sind durch den fortschreitenden Geist untergraben; laßt uns unserer Mission treu sein, indem wir Nichts verlangen, was nicht eine wesentliche religiöse Bedingung ist! — Auch Schleßinger verlangt, daß als-