Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 1 (1870) · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
1 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 24 (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2420973-2421001-2421002--2288-2423137
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

24 l- Die Versammlung zu Philadelphia. über die Verbindlichkeit der Speisegesetze. Ein Antrag von Adler verlangt deren Revision und Modifikation. Diese Fragestellung ist überhaupt ungenügend und erreicht am Wenigsten die Höhe der Aufgabe, welche die Conferenz so nachdrücklich hervorhebt. Von der Höhe des Standpunktes aus betrachtet, nach welchem das Judenthum nun alle engen der Vergangenheit angehörigen, nationalen und absondernden Hüllen abzuwerfen hat, um sich energisch und bewußt zu seiner'welthistorischen Mission zu rüsten, muß die Frage weit allgemeiner gefaßt werden: Enthalten die überkommenen Speisegesetze irgend ein dauerndes religiöses Moment, oder sind sie gänzlich hinfällig, nachdem die Einwirkungen der alterthümlichen Anschauung, wie sie alle alten, namentlich orientalischen, Völker beherrscht haben, geschwunden sind, die Opfervorschriften und mit ihnen das Verlangen, allen Fleischgenuß zur gleichmäßigen Heiligkeit mit dem Opferfleische zu erheben verblichen, und endlich der Zwang, absondernde Schranken zu errichten, dem Drange nach Einleben in die Menschheit, um sie zu beleben, gewichen ist? Die Speisegesetze sind nun einmal der Art, daß für sie Reform und Uebergangsftufen Nichts bedeuten; sint ut sunt aut non sint. Zur vollen Höhe ihrer Aufgabe erhob sich jedoch die Conferenz durch die Stellung eines Antrages, welcher der Vorberathung durch eine Commission für die nächstjährige Zusammenkunft überwiesen worden, der jedoch bereits dies Mal zur Berathung gekommen, und es ist von Bedeutung, hier die darüber gepflogenen Verhandlungen in Kürze wiederzugeben.H Zu der letzten Vorlage nämlich, die das männliche Kind einer jüdischen Mutter, auch wenn es unbeschnitten bleibt, als Glied der jüdischen Gemeinschaft zu betrachten erklärt, stellte Wise den Zusatzantrag: Wie die Abrahamitische Beschneidung nicht eine Bedingung ist für den Eintritt in das Judenthum, wie daher die Nichtbeachtung derselben einen Israeliten nicht aus dem Verbände des Judenthums ausschließt und ihn seiner Verpflichtungen nicht entbindet, so ist demnach die Beschneidung von Proselyten kein Erforderniß als Act der Aufnähme." Einhorn sprach dagegen. Die Motive, sagt er, für die Annahme eines solchen Antrages sind nicht genügend angezeigt. Während in der ganzen Literatur des Thalmud und der Mischnah kein Gesetz gefunden werden kann, welches die Beschneidung zur r) Nach dem englischen Texte der Jewish Times N. 37 vom 12. Nov.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.