Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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14 I. Die Versammlung zu Philadelphia. Gottes, ist ganz inhaltslos, und stimmen wir Hirsch bei, daß dieses Gesetz, das nicht das mosaische sein soll, doch nirgends niedergeschrieben sei, also ein solch bindendes Gesetz, zu dem man sich da verpflichte, gar nicht zu finden sei. Aber auch sein Vorschlag zu sagen: nach der Lehre Gottes, ist unbestimmt und nichtssagend. Von dem Spruche, welcher vom Bräutigam selbst gesprochen wird, gehey wir nun über zu den Benedietionen, die von Seiten des die Trauung Vollziehenden üblich sind. Da lesen wir unter 3. Es soll an die Stelle der herkömmlichen Benediction (ברכת אירוסין) eine solche treten, welche die eheliche Lebensgemeinschaft in ihrer vollen sittlichen Höhe bezeichnet, den biblischen Gedanken וחיו לבשר אחד, die Verschmelzung der Ehegatten zu Einer Persönlichkeit hervorhebt, und die Unterlassung des außerehelichen Geschlechts- Umganges als göttlich geboten hinstellt. Dieser Vorschlag verdient Beachtung, wenn ich auch keinen besonderen Werth darauf lege. Die bisherige Benediction enthält nichts Anstößiges, selbstverständlich muß sie, wenn sie in der Landesspräche recitirt wird, einer Aenderung unterzogen werden; im Ganzen aber wird der Inhalt von keinem weiteren Eindrücke sein, und ist nur zu verlangen, daß der Vortrag die gehobene Stimmung nicht beeinträchtige. — Auffallend ist mir jedoch, daß über die späteren Benedictionen, die ברכות כשואיך, die sogenannten שבע ברכות, gar Nichts gesagt wird. Hier muß offenbar, wenn man den für den Gottesdienst aufgestellten Grundsätzen treu bleiben will, eine Aenderung eintreten. In die Mitte nämlich der über das eheliche Verhältniß handelnden Sprüche drängt sich, den Zusammenhang störend, einer hinein national-messianischen Inhalts. Der fünfte Spruch nämlich lautet: שוש תשיש, möge sich freuen und frohlocken die Unfruchtbare bei der freudigen Sammlung ihrer Kinder in ihre Mitte, gelobt seiest Du, o Gott, der Zion erfreut mit ihren Kindern. Dieser Spruch muß gänzlich ausfallen. Auch der siebente bedarf der Aenderung. Er erfleht allgemeine Wonne, und da heißt es: es werde bald gehört die Stimme der Wonne u. s. w. ״in den Städten Juda's und in den Straßen Jerusalems"; das muß geändert werden etwa in: ״ בכל בלושבות ישראלin allen Wohnstätten Israelis". Wir gelangen endlich zu Beschlüssen, die einen Einfluß auf das Leben üben: