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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 76

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 76 (sequence 79)
Language
German
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76 Umschau. Befangener reichen sie einander die Hand. Der Jude und der Germane werden Brüder, wie ein erhabenes Gestirn leuchten sie der Menschheit voran auf der großen Bahn der Humanität." Und weiter: ״An den Namen Mendelssohn knüpft sich die Idee der Duldüng gegen ein unterdrücktes Volk. Mendelssohns Großvater war es gewesen, der durch sein edles Wesen sich die Freundschaft unserer trefflichsten deutschen Männer errungen hatte. .. Der Enkel war bestimmt, durch seine verehrungswürdige Bescheidenheit und Anmuth den Deutschen unseres Jahrhunderts ein schöneres Bild vom Judenthum zu geben, als sie bisher zu sehen gewohnt waren. Sein Paulus war der erste Ausdruck der beiderseitigen Hochachtung. Der Jude Mendelssohn feierte den christlichen Apostel, die deutsche Christengemeinde verehrt in dem Juden Paulus den Beglücker der Menschheit" rc. In diesen Worten ist Manches schief, dennoch liegt andererseits gar viele unbefangene Geschichtsauffassung darin, die selbst im Munde eines Kunstkenners hohe Befriedigung gewährt, noch mehr aber sie in einem theologischen Blatte als treffend reproducirt zu finden. In der Protestantischen Kirchen-Zeitung Nro. 4 d. I. S. 88 will Hr. H(ausrath?) aus dem Inhalte unserer Zeitschrift ״jeweils dasjenige zur Kenntnißnahme empfehlen, was auch für christliche Theologen von Erheblichkeit ist", weil nämlich ״Geigers Arbeiten auf dem Gebiete der israelitischen Geschichte in neuester Zeit einen so namhaften Einfluß auch auf die Darstellungen des Lebens Jesu und der neutestamentlichen Zeit geübt haben." Er hebt nun aus den drei ersten Heften des letzten Bandes (VI) hervor die Aufsätze: Bileam und Jesus, apokryphische Apokalypsen und Essäer, Maleachi und der jüngere Jesaia, das Salböl bei den Pharisäern und den Evangelisten, Elieser und Lazarus. In Betreff des letztern bemerkt H. am Ende: ״die Ausführung ist sehr scharfsinnig, allein die Identität von Elieser und Lazarus (Eleazar) wäre erst nachzuweisen." Diesen Nachweis würde dem Referenten jedoch bereits Win er im biblischen Realwörterbuche dargeboten haben; er bemerkt schon, daß Elieser sim jerusalemischen Thalmud) gewöhnlich in לעזר abgekürzt wird und dieses eben Lazarus ist; ein jeder Zweifel über die Identität des Namens ist gänzlich unberechtigt. — H. schließt seinen kurzen Bericht mit den Worten: ״Geigers Zeitschrift verdient unter allen Umständen stete Berücksichtigung der neutestamentlichen Exegeten, umsomehr als Geiger über den Stand der neutestamentlichen

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