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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 56

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 56 (sequence 59)
Language
German
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56 I. Etwas über Glauben und Beten. auszusprechen, eine Scheu davor, daß demselben auch im Gebete der genügende Ausdruck gegeben werde. Allein Hr. Dr. I. kann sich dabei nicht beruhigen, ihm genügt es nicht zu sagen, daß Israel erwählt und berufen worden, nein! es muß auch noch die Formel beibehalten, beziehungsweise wieder eingeführt werden, daß Israel aus und vor allen Völkern erwählt worden, es muß Gott gepriesen werden, daß er zwischen Israel und den Völkern geschieden hatundnochscheidet" (2^29,(הכלבדילבין יעוראל ל ״daß er uns nicht gemacht wie die Völker der Länder, nicht gesetzt wie die Stämme des Erdbodens, nicht unfern Antheil gesetzt wie den jener, unser Loos wie das ihrer Menge" (in עלינו). Es muß nach Hrn. Dr. I. der vernichtende Hohn gegen jede andere Religion, gegen jede andere Volksthümlichkeit im Gebete beibehalten werden. Das aber ist ebenso eitle Thorheit wie gotteslästerliche Menschheitschmähung. Wir spotten der Eitelkeit der Völker, wenn sie des eigenen Ruhmes voll sind, wie sie glauben, ״der Civilisation überall voran zu marschiren", wenn sie immer und ewig von sich als den Mittelpunkten der Intelligenz reden und gerade in dieser Selbstbespiegelung ohne Intelligenz handeln, und es sollte wohlgethan sein, wenn Israel seinen Beruf in der Art betonte, daß es allen Andern ihn abspricht? Wir fühlen uns tief verletzt, wenn man uns immer eine andere Religion als die der Liebe entgegenhält, von christlicher Liebe zu sprechen nicht ermüdet, wir haben es am Tiefsten fühlen müssen, welch Unheil der Ausspruch: Außer der Kirche kein Heil, über die Menschheit gebracht hat, und wir sollten uns desselben Fehlers schuldig machen? Es ist wahrlich nicht Wohlgethan, alles Andere so wegwerfend zu behandeln. Froh des uns gewordenen Berufes, sollen wir im Gegentheile eingedenk sein, daß auch die Griechen ihre große Cultusmission hatten, daß es nicht ohne Gottes Zulassung geschehen, wenn das Christenthum eine mehr als fünfzehnhundertjährige Weltherrschaft errungen, wir erkennen auch seine Mission an, die nicht blos darin bestand und besteht, jüdische Gottes- und ethische Ideen zu verbreiten, sondern auch das Joch der Satzungen, die Fesseln eines knöchernen Gesetzes, zu brechen, und so werden wir in und mit der Geschichte, nicht außerhalb ihrer zu leben uns ausgefordert fühlen. Die;falschen Vorstellungen von ״Absonderung" zu nähren, ist gewissenlos und gefährlich, gewissenlos nach Innen, gefährlich nach Außen. Man kann sich freilich nicht vor lächerlichen Mißverständnissen wahren,

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