Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu Schutz und Trutz. 55 kleinlich, als daß wir mit Hrn. vr. I., der sich seltsamer Weise für sie besonders erwärmt, sein ״Gemüth" in sie versenkt, zu ihnen hinabsteigen sollten. Wir unterlassen es daher, einen ernsten Kamps für den dreijährigen Cyklus zu unternehmen, wir wollen Hrn. vr. I. die Freude nicht verderben, wenn es ihm gelingen sollte, denselben, nachdem er nun 15 Jahre in Breslau bestanden, zu verdrängen, die Prerikopen so abzukürzen, daß er drei Viertel derselben auf den Gottesdienst am Sabbath Nachmittag, Montag und Donnerstag verlegt, d. h. dieselben aus der Synagoge hinauswirft; bleibt ihm ja dafür die alljährliche ״Gemüthlichkeit" des ״Sabbat Schira" mit der besonder» für ihn herkömmlichen Kugelspeise. Wir wollen ihm auch nicht hinderlich sein, wenn er die Opfer - Haftarah's aus Ezechiel, die theilweise sehr unbedeutenden Abschnitte aus den erzählenden Büchern den herrlichen Psalmen, den großartigen Reden Hiob's vorzieht. Das ist Geschmackssache. Auserwähltheit. Hingegen kann ich mein Bedauern nicht unterdrücken, daß Hr. vr. I. für eine andere nothwendig einzuführende Verbesserung, beziehungsweise die Aufrechthaltung derselben, wo sie bereits ringeführt ist, ״kein Verständnis; hat". Ueber Mangel an Verständniß selbst läßt sich nicht rechten, Wohl aber dann, wenn dasselbe durch Verschweigung eines, Vertuschung des andern Theiles bewirkt wird. Hr. vr. I. hat nämlich kein Verständniß ״für die Scheu, daß Jsrael das Bewußtsein seiner Mission so kräftig wie möglich ausspreche." Ich stelle neben diesen Satz den Ausspruch, wie ich ihn gethan: ״Unsere Aufgabe ist noch nicht erfüllt, unsere Tage sind nicht abgelaufen; noch sind wir die Zeugen der Gotteseinheit, der aus sich heraus zur Reinheit emporstrebenden Menschennatur, der Völkerverbrüderung in Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe, Zeugen für die ganze Menschheit, die bald durch das eigene treue Festhalten in Stille belehren, bald auch durch das muthige Wort die Lehre weithin verkünden. Israel ist als geistige Lebensmacht noch nicht erloschen, seine weltgeschichtliche Bedeutung noch nicht geschwunden. ... Sprechen wir immerhin es aus: ״der uns erwählt hat", erkennen wir den Beruf, den die Weltgeschichte uns aufgetragen und dem wir treu bleiben sollen, werden wir der Pflichten inne, die er uns auferlegt." Ich glaube nicht, daß man in diesen Worten eine Scheu davor verspürt, dies Bewußtsein der Mission Israels recht kräftig