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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 54

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 54 (sequence 57)
Language
German
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54 I. Etwas über Glauben und Beten. Verlangen mißbraucht werden, eine geistige und geistliche Herrschaft über alle Bekenner dieser Religion zu führen, sie würde versuchen, um sich den alten Glanz zu erhalten, darum der übrigen Welt gehorsame Botmäßigkeit aufzuerlegen und eine jede freie Entwickelung hemmen. Das alte Rom der Republik und der Cäsaren mit den nach den Ueberresten des clasfischen Alterthums wallfahrenden Kunstliebhabern legt der Welt kein drückendes Joch auf; seine Macht ist dahin. Aber das Rom des Petrusfelsens mit seinem geistlichen Nimbus wird, solange sein Glanz nicht ganz geschwunden, seine Macht nicht ganz gebrochen ist, nicht aufhören der Welt Fesseln zu schmieden, ihre Entwickelung zu gefährden. Ein Jerusalem mit ein er mächtigen jüdischen Bevölkerung wäre die Zwingbürg des Judenthums, wäre das jüdische Rom. Darum kann ich auch die von Hrn. Dr. I. (S. 31 Anm.) vorgeschlagene Formel: ״Bringe über deine Stadt Zion Jubel, und über Jerusalem, das Haus deines Heiligthums, ewige Freude", nach der einen Seite hin entweder als gehaltlos oder als bedenklich nur mißbilligen, während sie nach der andern Seite hin die Täuschung zulassen soll, daß auch die Restauration der alten Zustände, Rückkehr und Sammlung darunter verstanden werden können. Es ist und bleibt Halbheit, so sehr sich Hr. Dr. I. dagegen sträubt, das Wesen, die Zukunftshoffnung, aufzugeben, und die klingende Phrase beizubehalten.*) Nebendinge. Nachdem wir bisher über Kernpunkte verhandelt haben, erscheinen uns manche andere Cultusfragen zu untergeordnet und zu *) Auf die sprachliche Seite der Formel, die sehr ominös ist, einzugehen ist nebensächlich. nnt (wie auch im Deutschen: übet Jemanden Etwas bringen, und wie diese Construction auch vom Feinde, dessen Ueberfall über ein Volk angedroht wird, in Anwendung ist) bedeutet ziemlich durchgehends: Unheil über Jemanden herbeiführen, so an unzähligen Stellen wie 1. Mos. 20, 9. 26, 10. 27, 12. 2. Mos. 11, 1. 32, 21. 3. Mos. 26, 25. 5. Mos. 29, 26. 1. Kön. 9, 9 (paral. 2 Chr. 7, 22). 21, 21. 2. Kö'n. 21, 12. 22, 16 (paral. 2 Chr. 34. 24. 28). Jes. 7, 17. Jer. 11, 8. 23. 15, 8. 17, 18. 23,;12. 25, 13. 36, 3l. 42, 17. 44, 2. 45, 5. 49, 5. 8. 37. 51, 64. Ezech. 6, 3. 14, 22. 29, 8. Hiob 34, 28. 42, 11. Neh. 13, 18. Dan. 9, 12. Nur an zwei Stellen wird es, um den Gegensatz hervorzuhebev, vom Heranbringen des Guten gebraucht Jes. 23, 15. Jer. 32, 42. und an einer einzigen von der Erfüllung der Verheißungen im Allgemeinen: 1. Mos. 18, 19.

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