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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 49

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 49 (sequence 52)
Language
German
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Zu Schutz und £rufc. 49 Auffassung, daß ״sich gegen das thierische Opfer von vorn herein der Kampf entschieden erhebt in den edeln Geistern, in welchen die höhere Idee siegreich durchgedrungen war", ich stünde mit dieser Auffassung ״unter Juden und Christen so ziemlich vereinzelt da". Hr. vr. I. fügt hinzu: ״so weit ich es weiß", und darüber läßt sich nicht streiten. Ich begnüge mich, eine Stelle aus dem Buche eines englischen Theologen, der in der Regel peinlicher ist als die Deutschen, die mir zufällig in die Hände kommt, hier anzuführen. Stanley in seinem Buche Jewish Church sagt: The whole sacrificial System to which the priests ädministered, awakened in the highest spirits of the Jewish Church itself a feeling almost amounting to aversion, und ferner: The contempt, the irony, the disgust expressed by the prophets at the very thought of the slaughtered victims, has a strength which must be of universal significance, and which could hardly be exceeded by the disdainful language of Western philosophy or modern Puritanism. Allein Hr. Dr. I. führt eine Instanz gegen mich an, die mich in Verlegenheit bringen muß; mein Gegner ist kein Anderer als — ich selbst. Nachdem er nämlich zuerst behauptet, in allen reformirten Gebetbüchern fehle die Erinnerung an den einstigen Opferkult keineswegs, fährt er fort: ״So sind in dem von meinem Vorgänger im Amte, Herrn vr. Geiger redigirten Gebetbuche die feierlichen Handlungen des Hohenpriesters, die doch wesentlich auf Opferkult zurückgehen, mit besonderem Fleiße dem Verständniß der Betenden näher gebracht. Wahr ist's, daß Hr. vr. G. in seinem jüngsten Aufsatze über Cultus diese in seinem Gebetbuche anerkannten Principien verwirft und jede Erwähnung des Opfersauch als einst geschehen, für unstatthaft erklärt u. s. w." Also ich stehe mit mir selbst im Widerspruche; was ich vor fünfzehn Jahren anerkannt, verwerfe ich mit einem Male heute. Wenn dies nun vollkommen unwahr wäre, wie dann? Denn Hr. vr. I. vermittelt in einer ganz seltsamen Weise die Wahrheit, er halbirt sie, er verschweigt unbequeme Thatsachen und Aussprüche und gründet auf dieses Verschweigen seinen Widerspruch, andere, die ihm zusagen, hebt er hervor. Denn in Wahrheit fehlt in dem von mir redigirten Gebetbuche jede Erinnerung an den einstigen Opferkult und wird hiermit in ihm thatsächlich jede Erwähnung des Opfers, auch als einst geschehen, als unstatthaft erklärt. Das muß Hr. vr. I. im Laufe der fünf Vierteljahresschrist VII. 1. 4

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