Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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48 I. Etwas über Glauben und Beten. sinnungslose Aeußerlichkeit in Leben und Cultus, ״das eingeüble Menschengebet" bekämpft und haben die thatkräftige reine Gesinnung in beiden verlangt. Sie haben deßhalb freilich ihren Kampf oft bewenden lasten, indem sie den Mißbrauch rügten, zu dem der bestehende Opfercultus führte,fast nothwendig führte, ohne diesen selbst anzugreifen; sie haben ihn jedoch niemals empfohlen, und ihr so oft wiederkehrender Tadel gegen den Mißbrauch, der nie gemildert ward durch die Einschärfung der rechten Begehung des Opfercultus, zeigt hinlänglich, was sie von ihm gehalten haben. Wenn ein heutiger Prediger mit dem gleichen Eifer, ebenso dringlich und wiederholentlich seiner Gemeinde zuriefe: Es genügt nicht daran daß ihr Thefillin legt, daß ihr Zizith benscht, daß ihr gewisse Speisen nicht genießet u. s. w. Gott mag nicht eure Thefillin und eure Zizith, hat kein Wohlgefallen an euren Schlacht- und Terefothregeln, sondern er verlangt, daß ihr wohlwollend, bescheiden, sittlich rein seid, — so würde er auch die Werthlosigkeit dieser Cermonien nicht absolut und geradezu ausgesprochen haben; allein ich wette darauf, daß die ganze Vermittelungstheologie ein Verwerfungsurtheil in diesen Worten sehr deutlich und mit großem Mißfallen lesen würde. Und wenn dies die Propheten in Bezug auf die Opfer Lhun mit noch weit stärkeren Worten, so soll es unrichtig sein, daraus ihre Gesinnung zu erkennen? Und sie haben es dabei nicht bewenden lassen; sie haben sich keineswegs begnügt, die Opfer als ein Abfindungsmittel für die Vernachlässigung der Lebenspflichten zu tadeln; nein! sie haben sie an vielen Orten absolut verworfen, und diese Stellen werden dadurch nicht todtgeschwiegen, daß sie von Hrn. Dr. I. nicht citirt werden. Der Psalmist (51, 17. 18) sagt, recht scharf zwei verschiedene Cultusformen einander entgegenstellend: ״Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund verkünde Deinen Ruhm. Denn Du begehrst nicht ein Opfer, daßichesgebe, an Ganzopfer hast Du kein Wohlgefallen." Will Hr. Dr. I. noch eine deutlichere Stelle? Nun Jeremias sagt (7, 21. 22): ״So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: fügt eure Ganzopfer zu euren Schlachtopsern und esset sie als Fleisch. Denn Ich habe mit euren Vätern nichtgeredet, ihnenNichts befohlen, da Ich sie aus Aegypten führte, über Ganzopfer und Schlachtopfer". Ich begreife es wahrlich nicht, wie Hr. Dr. I. solchen Stellen gegenüber behaupten kann, ich stünde gegenwärtig mit meiner