Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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44 I. Etwas über Glauben und Beten. Die thierischen Opfer. Allein zwei andere Differenzpunkte kann die Vermittelungstheologie nicht todtschweigen. ״Sie leben in Aller Munde. Sie betreffen Jerusalem und das sthierischej Opfer" (S. 24). Hr. Dr. I. ist sogleich wieder bei der Hand uns zu belehren, daß man trotzdem noch weit entfernt sei, sich klär über diese Gegenstände geworden zu sein, und er muß erst das, um was es sich dabei handelt, zurechtstellen. Nun beginnt er zwar mit Jerusalem, verläßt aber nach einigen kurzen Erörterungen, in die wir später eingehen werden, diesen Gegenstand, um später darauf zurückzukommen, oder eigentlich um darüber hinwegzuschlüpfen, und er geht zunächst ״zum Streite über die Dignität der Opfer über." Hr. Dr. I. beginnt wieder mit der Belehrung: ״Auch hier herrscht Mißverständniß." Wir werden dann darüber zurechtgesetzt: ״Da giebt es Leute [feit־־ same Käuze!j, welche meinen, die reformatorische Tendenz gehe dahin, das Opfer auch als Ausdruck der Gottesverehrung vergangen e r Zeiten nicht anzuerkennen, in ihm von vorn herein einen Mißbrauch zu sehen, statt daß doch im Allgemeinen nur gesagt wird, daß wir gegenwärtig im Gebete eine noch höhere Form des Gottesdienstes sehen, als in dem einstigen O p f e r, an dessen Stelle es getreten, und daß wir darum, ohne unwahr zu sein, nicht beten können, daß auch in Zukunft geopfert werde." Bringen wir diesen etwas geschraubten Satz zum klaren Verständnisse, so besagt er: Für die einstige Wiederherstellung der Opfer können wir nicht beten, wir wären unwahr, wenn wir es thäten, denn das Gebet ist eine höhere Form des Gottesdienstes als das einstige Opfer, und wir werden künftig nicht wieder auf einen überwundenen niederern Standpunkt zurückfallen, dürfen jedenfalls keine Sehnsucht darnach ausdrücken. Allein für die frühere Zeit war das Opfer der vollkommen adäquate Ausdruck der religiösen Gesinnung auch im Judenthum; das dürfen, das sollen wir im Gebete aussprechen. — Also die Hauptsache wird aufgegeben, nur um eigentlich werthlose Nebenpunkte wird eine Plänkelei geführt. Die Vergangenheit soll nicht mehr die volle Lebenskraft in sich bergen, nicht mehr als blos zurückgedrängt betrachtet werden, um später unter günstigen Bedingungen wieder in aller Fülle einzutreten, nein! sie ist dahin, unwiederbringlich hin, eine Restauration der früheren Zustände ״weiß das moderne Bewußtsein sich nicht anzueignen." Zwar setzt man sich mit einer solchen