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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 42

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 42 (sequence 45)
Language
German
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42 I. Etwas über Glauben und Beten. und Prophetenbücher. Die Thorah legt den entschiedensten Nachdruck auf dieses Verbot die Kinder zu opfern, sie bekämpft nicht blos den Dienst, der in solcher Art für den Moloch üblich war, sondern sie verdammt ihn auch, wenn er etwa dem Gotte des Jtldenthums geweiht werden sollte: Du sollst nicht also thun Gotte, deinem Herrn, denn allen Gräuel Gottes, welchen Er haßt, haben sie ihren Göttern gethan, denn auch ihreSöhne und ihre Töchter haben sie im Feuer ihren Götternverbrannt (5 Mos. 12, 31). Die andern Bücher sind voll von Schauder über diese Thaten. Der Versuch Abrahams wird nirgends weiter in der ganzen Bibel erwähnt, er wird wirklich wie absichtlich todtgeschwiegen. Und natürlich war das Verpönte nicht, daß die Kinder den Götzen dargebracht, sondern daß Menschen geopfert wurden. Was macht auch der Name? Nennet den Gott, welchem ihr Kinder zu opfern, opfern zu wollen als Frömmigkeit betrachtet, wie ihr möget: Elohim, Adonai u. dgl., er wird zum Moloch durch eure That, durch eure Auffassung. Das ist der große religiöse Fortschritt der Lehre des Judenthums, das sein Panier, und das will Hr. vr. I. zu ״einer neuen Studie" degradiren, zur Ansicht ״eines einzelnen Theologen"! Wehe, wenn dem so wäre! Alle mittelalterlichen Denker haben sich auch in ihrer Weise mit diesem Versuche Abrahams auseinander zu setzen gesucht, sie haben ihn als That geradezu in Abrede gestellt und ihn blos als in einer Vision vor sich gegangen betrachtet, und in neuerer Zeit ist es allgemein anerkannt, daß die eigentliche Tendenz des Berichtes, wenn auch die Form der Darstellung gleichfalls die Opferwilligkeit Abrahams rühmt, dennoch wesentlich die ist, den Kampf gegen die Menschenopfer bis auf Abraham hinaufzutragen. ״Der Verfasser will zeigen, sagt Knobel z. St., wie schon der erste Stammvater des Gottes- Volkes (obwohl willig und bereit, sein Liebstes Gott hinzugeben) von Jehova selbst angewiesen wurde, nicht Menschen zu opfern, sondern dafür Thiere zu wählen. Wie er also einerseits die größte Aufopferungsfähigkeit an Abraham in's Licht setzt, so läßt er andererseits ihn auch über die Unstatthaftigkeit solcher Opfer zu der Erkenntniß kommen, die Israel Vor den andern Völkern voraus hatte." Diese Erkenntniß hatte nicht blos Israel vor andern Vöklern, sondern hat auch heute das Judenthum noch vor andern Religionen voraus. Wie der Mensch, so sein Gott; wie man sich Gott denkt, so wird man auch seinen Gottes-

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