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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 29

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 29 (sequence 32)
Language
German
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IRI
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Zu Schutz und Trutz. 29 Bemühungen fehlen, die Lehren יורד ענלו עד לחייו, man gehe ihm an's Leben, oder נלורידיך ולא נלעלין man stürze sie in den Abgrund, helfe ihnen nicht heraus, zur vollen Ausführung zu bringen. Aber wiederum reichte doch die Macht nicht so weit, und die hereinbrechende Aufklärung, die Frucht der geistigen Freiheit und die Mutter der Freiheit im Leben, ging über den ungelösten Streit zur Tagesordnung über. Seitdem nun raffte die Engherzigkeit alle ihre Kräfte zusammen gegen diesen neuen, aber gefährlichsten Feind, gefährlich weniger durch seine Angriffe als durch seinen Bestand, gegen die freie Bewegung des Geistes und die freie Ausprägung desselben, nicht gerade im Cultus, sondern überhaupt in der Literatur und im Leben. Die alte Orthodoxie und zuweilen auch, ihre Schleppe tragend, die Vermittlungstheologie, hat es an Anstrengungen nicht fehlen lassen, gesetzliche Schranken aufzurichten, gewaltsam hinauszudrängen, sie hat es versucht, bis in die neueste Zeit hinein, wie noch in den vierziger Jahren bei der Beschneidungsfrage, hat es nicht gescheut, die einschneidendsten Folgen für das Leben zu verlangen, die abweichend Gesinnten und Uebenden als ungültig zur Zeugnißablegung und zur Eidesleistung (פסול לעדות ולטובועה) zu erklären, und soweit ihre Macht reichte, soweit ihr die Staatsmacht sich gefügig zeigte, hat sie durch die engen Fesseln, welche sie anlegte, auf der einen Seite Verkümmerung, auf der andern die zahlreichsten Austritte gerade der edelsten Kräfte bewirkt. Aber die Freiheit drang immer mehr durch, schaffte immer weitern Raum, und sie, nicht die Glaubensbestandsriecherei, schlang das Band immer inniger um alle, auch die entfremdeten, fast dem Abfalle nahen Glieder; die Waffen der Orthodoxie wurden immer stumpfer, ihre Reihen lichteten sich, es trat in ihrer innersten Mitte eine völlige Zersetzung ein, die Vermittelungstheologie gewann an Breite. Ein kleines Häuflein nur, unter Führern, die sich und ihr Gefolge künstlich echauffiren, einsehend, daß seine Macht immer mehr innerhalb der Gesammtheit schwindet, verlangt nun volle Trennung und zwar nicht um Cultusfragen willen, sie spitzen im Gegentheile ihren Antagonismus dahin zu, daß sie behaupten, der öffentliche Gottesdienst sei eigentlich gar nicht verpflichtend, nur für den Sabbat Sachor, wo man in Gegenwart von zehn männlichen mündigen Gliedern verlesen hören müsse, daß man der Vertilgung Amaleks eingedenk sein solle, daran nicht vergessen dürfe. Vielmehr handle es sich um die verpflichtenden Satzungen, um den ganzen Complex der Schul-

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