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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 26

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 26 (sequence 29)
Language
German
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26 I. Etwas über Glauben und Beten. der Hierarchie die Vorbedingung für alle neuere Bildung, für allen geistigen Fortschritt. Wollt ihr uns in Bande schlagen, so werden wir's nicht dulden, selbst auf Kosten der Einheit. Im religiösen Leben geht sicher die Freiheit vor der Einheit! Freilich muthwillig werden die Freisinnigen eine solche Trennung nicht veranlassen, sie haben es bewiesen, daß sie lieber unter Mühsal kämpfen, als sich von den zurückgebliebenen Genossen loszusagen, ja sie, und fast nur sie, sind für die Glaubensbrüder, selbst für ihre Vorurtheile, nach Außen eingetreten, und ermüden nicht in Gemeinsamkeit, mit hingebendster Nachgiebigkeit für sie zu wirken, aber man bringe es nicht dahin, daß die Geduld reißen muß, man treibe es nicht bis zum Verlangen der vollen Verläugnung der tiefsten Ueberzeugung. Dogmatische Differenzen im Cultus. Auch Hr. Dr. I. glaubt nicht, wie wir früher gehört, wenn auch aus unzureichenden Gründen, an das Bevorstehen eines Schisma; er hebt damit selbst sein ״Entweder" auf, und so giebt es denn auch gar kein ״Oder." Dogmatische Streitigkeiten siud für den Bestand, für die Einheit der Religionsgemeinschaft nicht gefährlich, die sogenannten Dogmen sind keine solche, sie haben eine bewegte Geschichte, sind niemals fixirt worden, also muthig zu in recht ernster und gründlicher Behandlung dieser Fragen. ״Heute hat," sagt Hr. vr. I. selbst, ״die theologische Forschung — und das ist ihr gutes Recht — sich auf's neue dieser Punkte bemächtigt und sie hat sie wissenschaftlich zum Austrag zu bringen." Allein er erinnert uns bald daran, noch bevor er an sein ״Entweder", als die eine mögliche, oder auch unmögliche Folge dogmatischer Streitigkeiten gekommen, daß es sich eigentlich gar nicht um die dogmatischen Streitfragen selbst, nicht um ihre Behandlung im Allgemeinen, nicht um den wirklichen ״Glaubensbestand" handelt, sondern lediglich um die Frage: ״Wie steht es nun um die Berechtigung, diese neue Phase des Judenthums im Cultus auszuprägen?" Mit dieser Beschränkung, die im ״Entweder" ganz ignorirt wird, wird nun das ״Oder" in einer neuen weitläufigen Frage dargelegt, die dazu bestimmt ist, eine detaillirte Besprechung aufzunehmender und abzuweisender Cultusreformen einzuleiten. Die Frage lautet: ״Was ist zu thun, wenn innerhalb einer Gesammtheit, die in der Hauptsache auf gleichem Glaubensgrunde steht, sich Differenzen in Glaubenssachen Herausstellen, die einerseits nicht so bedeutend sind, um eine wirk-

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