Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu Schutz und Trutz. 25 eingebrochene Abfall wäre zur Regel geworden für alle gebildeten Familien, die Jünger der Vermittelungstheologie verkümmerten noch heute geistig wie leiblich in Jeschibah's. Nun ist der Sieg der freien Bewegung innerhalb des Judenthums errungen, tief gräbt die Forschung, beleuchtet scharf manche hergebrachte Meinung, stürzt manche stolze Bauten ein, Tag für Tag wird das Judenthum klarer in seinen grundlegenden, Weltbezwingenden Gedanken erkannt, seine geschichtliche Entwickelung tritt aus ihrem Dunkel hervor, sein großartiger Einstuß auf alle Religionen wird fühlbar, das Judenthum wird zur ächten weithin überströmenden Geistesmacht, wird von der Wissenschaft auch im nichtjüdischen Kreise mit hoher Achtung anerkannt gerade durch die vollste Freiheit, durch die unumwundenste Aussprache, mit der es seine Untersuchungen führt und verkündet. Wohl steht es in der Ausprägung seiner gewonnenen Erkenntniß für das Leben gerade jetzt zurück, die ganze Strömung der Zeit mit ihrer Ermattung für ideales und religiöses Leben hat auch diese Bewegung etwas versumpft; schläfrige Friedfertigkeit läßt die Hände träge sinken. In dieser Ermattung durste Wohl die Vermittelungstheologie ihre Zeit gekommen glauben, nun will sie ihre Vermittelung nach beiden Seiten auflegen, den Glaubensbestand feststellen, nun wagt sie es, den Männern, welche auch unter geringer Empfänglichkeit den frohen Glaubensmuth nicht verlieren, die immer weiter den Weck- und Mahnruf ertönen lasten, nun wagt sie es, wenn auch mit bebendem Zagen, ihnen das Halt zuzuflüstern, insinuirt, man solle doch gefälligst erklären, man befinde sich außerhalb des Judenthums, sonst müsse — der Knall folgt — ein veritables Schisma eintreten! Geht, ihr Kleingläubigen, deren Glauben blos die Furcht ist; wir glauben an die Macht des Geistes und des Fortschrittes, der über alle Hinderniste siegt, wir glauben an die Herrschaft des Gottesgeistes, der auch über die empörten Wogen waltet, wir glauben an die Heilkraft der Wahrheit, die selbst die aus ihr hervorgehenden Gebrechen überwindet. Wenn ihr Nichts von alledem glaubt, nun, dann werdet ihr auch nicht bestehen. אם לא תאנלינו כי לא תאמנו. Und sollte es durch Drängen und Zerren, durch grobe und feine Verketzerung dennoch zur Spaltung kommen — was wir nicht glauben — nun, wir fürchten auch das nicht. Der Protestantismus hat der Menschheit kein Unheil gebracht, wenn er auch die Kirche gespalten hat; er war durch die Befreiung von den Fesseln