Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu Schutz und Trutz. 23 Männern, welche durch ihre Uebersetzungen die arabischen Werke über die GesammtheiL verbreiteten und sie so in Kreise brachten, denen sie im Originale unzugänglich waren, unter denen aber der Widerspruch sich zur heftigsten Gluth entflammte. Die rohen Ketzerrichter griffen zu mit Feuer und Bann, mit Denunciationen bei Cardinälen und Mönchsorden; die Apostel der damaligen Halbheitstheologie waren voll Ingrimm gegen die argen Uebersetzer, zumal gegen den armen fahrenden Dichter Charisi — während die Thibboniden als angesehene Männer zarte Schonung auferlegten. Die, grollten sie, haben das ganze Unheil über uns gebracht. Wären die Werke arabisch, unübersetzt geblieben, dann hätten die Gebildeten, die Gelehrten die Sache still unter sich, fein säuberlich abgemacht oder ihren Inhalt todtgeschwiegen. Nun werden die Werke auch diesseits der Pyrenäen allem Volke zugänglich, da hört ein Jeder haarsträubende Dinge, wie etwa daß der Weihrauch, der am Allerheiligsten, auf dem Goldaltare, von dem Hohenpriester dargebracht wurde, nicht etwa eine sühnende, weihende Kraft habe, sondern daß er — die Übeln Dünste in einem so großen Schlachthause reinige. Wozu solche Ansichten in die große Masse werfen, seit wann ist eine Privatstudie berechtigt, Anerkennung von der Gesammtheit zu verlangen? Ganz wie ihre heutigen Genossen, die im christlichen Lager z. B. von Strauß ׳verlangt hatten, er solle doch wenigstens lateinisch schreiben, um die schlichten Gemüther nicht zu verwirren, und die ebenso im jüdischen Lager fordern, hübsch bedächtig seine Gedanken zu verschließen, bis sie — zur allgemeinen Anerkennung gelangen. — Aber der Kampf, und wenn auch noch so heftig, er führte zu keiner Trennung, er führte vielmehr, soweit das Dunkel des Mittelalters, die drückende Lage der Juden es zuließ, zu wei- Lerer Verbreitung der helleren Ansichten, zur Verträglichkeit mit ihnen, zu allgemeiner Geisteserfrischung. Freilich der Kampf, eine Zeit lang beschwichtigt, entbrannte dann von Neuem, wie es in dem immer tiefer sinkenden Mittelalter nicht ausbleiben konnte. Da kamen die ersten Gränzenzieher. Abbamare aus Lünel stellte in seinem ״Mondbüchlein" einige Sätze auf, die als allgemeingültig angenommen werden sollten, an denen ein Jeder seinen ״Glaubensbestand" zu prüfen habe, nach denen er zu messen sei; thörichter Vorwitz! Die Einen legten in Bann, die Andern sprachen den Gegenbann aus. Man verbot den Jünglingen die Veschäftigung mit der Philosophie, erst die Männer über 25 Jahren sollten ihr