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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 21

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 21 (sequence 24)
Language
German
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Zn Schutz und Trutz. 21 Hangern der Vermittlungstheologie, ganz still zu den Todten gelegt worden ist: wie nun? fragen wir Hrn. vr. I., ist hier Grund zu einer Spaltung oder nicht? Im Gebetbuche steht er noch unbestritten, bekämpft ist er auch noch nicht, man ist eben ohne allen Streit darüber zur Tagesordnung übergegangen; aber darf man dies mit einem unbestrittenen Dogma? Und wenn der Orthodoxe nun ernstlich nachfragt über diesen Glauben und das unumwundene Bekenntniß zu ihm verlangt, und wenn umgekehrt ein entschieden Freisinniger das Wort einmal aus allen Herzen, von allen Lippen nimmt und es offen ausspricht: ich glaube nicht an die Auferstehung des Leibes, und eine Gemeinde das Begehren stellt, es solle diese Verwesung nicht mehr ihren Leichenduft aushauchen in das Leben des Gottesdienstes, wie dann? Ist nun Grund, Berechtigung zur Spaltung vorhanden, ja oder nein? Wird die Vermittlungstheologie auch da eine Auskunft finden zwischen der ״Dignität" des Auferstehungsglaubens nnd dem Glauben, ob ״die Religion der Zukunft die Auferstehung haben werde?" Kurz alle zahmen Zugeständnisse nach Rechts, alle Subsistuirung, alle geflissentliche Verschweigung wird nimmermehr die Spaltung Zurückhalten, wenn nicht die volle Freiheit nach allen Seiten hin gewahrt wird, wenn plumper oder gelinder Zwang dem Freisinnigen die Berechtigung seiner Ueberzeugung als einer jüdischen verkümmern will. Und wenn die Rohheit der Einen, oder das in's Gewissen schieben der Andern wirklich die Macht erhalten sollte, ihre Plane zur Ausführung zu bringen, dann würde, dann müßte es zur Spaltung kommen, trotz allen Beschwichtigungsversuchen. Es wäre traurig, wenn es dahin käme, und wir hegen die frohe Zuversicht, daß es nicht dahin kommt; sollte Wider Erwarten der Fall dennoch eintreten, nun dann sind für dieses ״tief beklagenswerthe" Ereigniß nur diejenigen verantwortlich, welche unter brutaler oder milder Form zum Austritte hindrängen, den ״Glaubensbestand" des Andern abwägen, jene zumal, die verdammen, anklagen, besudeln, verhöhnen, die Kluft mit ätzendem Gifte ausfüllen, den Eckel der Gebildeten gegen sich erregen und den freundlichen Verkehr unmöglich machen. Uns aber schrecke man nicht mit dem Spaltungsgespenste, man verlange nicht von der freisinnigen Theologie, daß sie das Wort der Wahrheit in bleicher Angst unterdrücke, אל תצל כלפי ד־בד אכלת, man predige nicht Heuchelei um eines faulen Friedens willen, man erwecke nicht furcht-

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