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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 19

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 19 (sequence 22)
Language
German
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IRI
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Zu Schutz und Trutz. 19 kurz nach jeder engherzigen Ab- und Ausschließungstheorie kein Scheidungsgrund vorhanden? Er ist vorhanden, wenn nicht die allseitige Freiheit gewahrt wird, trotz allen vorsichtigen Verschweigungen. Denn wagt Hr. Dr. I. nicht einmal die Berechtigung zur Scheidung in Abrede zu stellen, wenn die Dignität der Opfer gänzlich in Abrede gestellt wird, und subsistuirt er dafür die ihm harmloser scheinende Frage, ״ob die Religion der Zukunft noch das Opfer haben werde", so wagt er Anderes gar nicht einmal anzudeuten. Mit der Messiasidee, der Idee der Sühnung durch Opfer, läßt sich nämlich noch durchschlüpfen, da sie nach Herrn Dr. I. ״eine bewegtere Geschichte" habe; allein andere ״Glaubensvorstellungen", wie die Thatsache der Offenbarung und Prophetie, müssen noch weit vorsichtiger behandelt werden, weil sie niemals in Frage gestellt worden. Warum wird nun nicht erwogen, ob Abweichungen in der Annähme dieser ״Thatsache" nicht zur Scheidung berechtigen. Freilich die Thatsache als ein nacktes geschichtliches Factum von dem Dasein und dem hohen Alter des Judenthums wird Niemand in Abrede stellen, das Bewußtsein von einer lebendigen Gotteskrast, welche mit dem Judenthum in die Weltgeschichte eingetreten ist, wird kein Theologe anzweifeln. Aber das ist noch nicht die Thatsache, noch weniger die Idee der Offenbarung und der Prophetie? Das Wort ist ein leerer Schall, wenn sich nicht ein Begriff mit ihm verbindet, der ihm seinen Inhalt giebt. Offenbarung und Prophetie sind erst ein Glaube, eine Leben spendende Ueberzeugung, wenn man eincn bestimmten Gedanken mit ihnen verknüpft. Was will das heißen, wenn Hr. Dr. I. seine Behauptung dahin einschränkt, die Thatsache sei unbestritten, ״wenn auch in Bezug auf ihre Auffassung sich selbstverständlich die liefern von den gewöhnlicheren Geistern unterscheiden"? Wer giebt euch, ruft hier der Orthodoxe ihm zu, das Recht, ihr gewöhnliches Mittelgut, euch etwa zu den Liefern Geistern zu zählen und darauf hin Offenbarung und Prophetie nach ihrem eigentlichen Sinn zu leugnen? Was will hier überhaupt eine vorgebliche Unterscheidung zwischen tieferen und gewöhnlicheren Geistern? Die Thoroh ist, sagt der Orthodoxe, vom Himmel gegeben, תורה; כלן דעזבלים, Gott ist auf Sinai unzweideutig sichtbar geworden der Gesammtheit, theilweise haben sämmtliche damalige Israeliten, zum Theil nur Moses die zehn Gebote, wie sie Gott selbst verkündet, mit ihren Ohren vernommen, Gott hat überhaupt deutlich zu 2*

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