Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu Schutz und Trutz. 5 keinen Kampf, keine Widerwärtigkeit wegen dieser unzweideutigen Aussprache: wer nun wollte von ihnen zu behaupten wagen, sie glaubten im Innern, das und jenes gehöre zum Judenthum, und sie träten dennoch dagegen auf? Woher sollte ihnen der Muth, die Freudigkeit in ihrem Streben kommen, wenn sie nicht blos der äußern Zustimmung, sondern auch der innern Befriedigung entbehren müßten? Wie könnten sie sich erdreisten, Ansichten als jüdische zu empfehlen, Don denen sie selbst im Innern überzeugt sein sollten, daß sie durchaus unjüdisch seien? Wie vermöchten sie eine solche Lüge zu vertreten, blos um, nun —um in Mühsale geworfen zu werden? Wohl, die freisinnigen Theologen stehen nicht an, mit allem Freimuthe die Ergebnisse ihrer Untersuchungen über das Judenthum, seine Lehren und Vorschriften darzulegen, und mag auch die offiziell noch geltende, weniger anerkannte als zugelassene bisherige Vorstellung davon sehr entschieden abweichen; aber sie verbinden damit den festen Glauben, das Judenthum nach seiner Wahrheit erkannt, die Grundlagen, die geschichtliche Gestaltung, das Wesen und die veränderliche Form des Judenthums ergründet zrr haben, verbinden damit die frohe Zuversicht, daß ihre Ergebnisse allmälig zur Anerkennung gelangen werden. Sie schreiben sich keine Jnfallibilität zu und gestehen sehr bereitwillig zu, daß sich auch Jrrthümer in ihren Gedankengäng eingeschlichen haben mögen, halten jedoch an dem Erkannten fest, bis redliche fortgesetzte Prüfung eben die Mängel darin aufgezeigt hat. Sie leben in der freudigen Gewißheit, daß solcher Geisteskampf innerhalb des Judenthums steht und zu seiner Vertiefung, die Anforderungen zur Umgestaltung in seiner Darstellung zu seiner Veredlung und Läuterung beitragen. Aber daß sie trotz der eigenen Einsicht, außerhalb des Judenthums zu stehen, ihre Ansichten dennoch in das Judenthum einschmuggeln wollen — eine solche Behauptung traue ich keinem Menschen von gesunden Sinnen zu. Hr. D1\ I. dürfte auch Wohl weit entfernt sein, irgend einem freisinnigen Theologen sein subjektives Fürwahrhalten der von ihm vorgetragenen Lehren, gestellten Anforderungen abzusprechen, weit entfernt zu behaupten, er betrachte nicht wirklich was er behaupte, als Inhalt des Judenthums, als mit diesem in Uebereinstimmung stehend. Aber er verlangt, daß er seinen Jrrthum einsehe. Er sollte seine subjektiven Ansichten, ״seinen Glaubensbestand" an den objektiv gegebenen ״Glaubensvorstellungen, die niemals auch nur in Frage gestellt wurden", messen. Solche Vorstellungen, wenn sie einmal