Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ans Briefen. 303 Bodlejanischen Cataloge S. 1886 ff., woselbst er jedoch die eben angeführte Stelle aus meinem Moses ben Maimon übersehen hat, während er nur die Textesstelle S. 28 berücksichtigt. G.^ Von Hrn. Rabb. Dr. Kahn, Trier, 25. Juni. Die Castration des Viehes, worüber die Herren Rabbiner Dr. Rothschild und Grünebaum im 5. Jahrgang dieser Zeitschrift sich äußern, ist nach meiner Ansicht biblisch durchaus nicht derboten. In dem bekannten: und in eurem Lande sollt ihr nicht thun (3. Mos. 22, 24), kann ein solches Verbot nicht enthalten sein, da 1) solches nicht so beiläufig hätte geäußert werden dürfen, wie Dr. Grünebaum auch schon bemerkt, 2) das לא תעשו in dieser Bedeutung: ihr sollt es nicht thun, ohne ein ihm folgendes Object, sonst, wie ich glaube, nicht vorkommt. Es müßte nach der rabbinischen Auffassung entweder זאת folgen oder das Nifal יעשה stehen, und 3) alsdann auch die Castration des Menschen ausdrücklich in der Bibel hätte verboten werden müssen, was aber nirgends vorkommt, obgleich ein Eunuche nach 5. Mos. 23, 2 nicht in die Gemeinde kommen durfte. Der Talmud (Sabbath) leitet dieses Verbot auf sehr gezwungene Weise aus dem ובארצכם ab, was er aber, als Consequenz seiner Auffassung dieser Stelle, als Verbot der Castration des Viehes thun müßte. — Nach meiner Ueberzeugung heißt das לא תעשו: Ihr sollt oder dürft diese (Verstümmelten) nicht opfern, als Ergänzung das לא תקריבו, welches mehr das Darbringen und Schlachten, das לא תעשו aber das Verbrennen auf dem Altäre in sich faßt, ähnlich wie V. 22; vgl. besonders 4. Mos. 28, 3. 4, wo auch in V. 3 תקריבו und in V. 4 das תעשה vorkommt. Von Hrn. Schorr, Brodh, 28. Juni. ... Das gleiche Verfahren, welches der Herausgeber der Gutachten des Chajim Or-sarM eingeschlagen und das mit Recht von Hrn. Kirchheim getadelt wird (oben S. 48 f.), hat sich auch Hr. Bamberg er bei der Veröffentlichung der Halachoth des Isaak Gajath zu Schulden kommen lassen, indem er auch Nichts davon gesagt, daß eine defecte Abschrift ihm Vorgelegen, wie sie doch schon Derenburg (wiss. Zeitschr. re. V, S. 396 f.) charakterisirt hat. Ja, in der Einleitung seines Commentars betrachtet er die Abschnitte des Werkes, welche eben in der Abschrift fehlen, auf die