Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 293 Phrasen zusammen, wornach die gravitätische Ruhe und Würde (jUj) des Orientalen so dargestellt wird, daß ein Vogel ruhig auf seinem Haupte sitze (vgl. unter andern, Freytag, ibid. 36 u. 865).*) Ich glaube, daß die Stelle in Jbn-Khaldun, Prolegomena (Notices et Extraits/XYI; S. 228 u. XIX, 263, Note 1) ״kein Wild flüchtet sich vor ihnen", welches Herrn de Slane Schwierigkeit gemacht hat, ganz denselben Sinn hat. Denn es handelt sich dort um die Städtebewohner, die in behaglicher Ruhe leben, und nicht wie die Beduinen immer auf Raubzüge ausgehen. Im Gegensatze hierzu sagt man also von einem Bewegten und Aufgeregten, daß sein Vogel, oder der Spatz von seinem Haupte davonfliege. — In Bezug auf die zweite Analogie ist allerdings die Verbesserung, welche für die Uebersetzung Lengerke's beigebracht wird, sehr dankens- Werth, und liegt in dem ^-*ju2>qj»o eine Paronomasie, die gewiß zu dem Bilde von dem Täubchen der Schönheit, das darin wie in einem Neste nistet, viel beigetragen hat. Aber für den in Rede stehenden Ausdruck kann diese Stelle nichts bieten. Es ist hier das nistende Täubchen eines von den vielen Bildern, die in dem Sinne gebraucht werden, daß ein Ding an einem andern haftet. Nur sind solche Tropen, besonders bei persischen Schriftstellern oft geschmackloser, und manche Seite, z. B. aus dem Anwari Sohudi, ist voll solcher unsinniger Vergleiche. — Daß in der dritten Analogie von den heidnischen Arabern gesagt wird, sie glaubten, ״der Mensch werde nach dem Tode in einen Vogel verwandelt" (Sprenger, Mohammad, I, S. 358, Anmerkung 1) soll eigentlich heißen, die Seele des Menschen u. s. w., hierbei handelt sich's jedoch nicht um eine Metamorphose, sondern, wie uns Masudi (Prairies d’or, Paris, 1864, III, S. 310) berichtet, meinten manche Araber der Djahilije, ״die Seele wäre ein Vogel, die im Körper des Menschen ausgebreitet lebt. Stirbt der Mensch oder wird er getödtet, so hört dieser Vogel nicht auf um den Gestorbenen herumzuflattern, sich ihm in der Gestalt eines wirklichen Vogels zu zeigen, und auf seinem Grabe in wilden Klagetönen vernehmlich zu machen." Dieser Vogel hieß Ham (^), oder Ssada Eule, Nachteule. Man sieht leicht, daß dieser Glaube seinen Ursprung dem Umstand verdankt, daß diese Vögel besonders auf Begräbnißplätzen und in *) Stellen wie (^£~) glaube ich manchmal bei Historikern gelesen zu haben, ohne die Stellen angeben zu können.