Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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286 Pferd und Hund. Necensionen. älteren Schriften ist gewiß nicht zufällig, mitten unter den lebendigen Darstellungen aus dem Leben eines Hirtenvolkes, dessen Könige von der Heerde hinweg zum Throne geführt werden." Jakob habe ihn Wohl bei seinem mühsamen Hirtendienste nicht zur Seite gehabt, er erscheine vielmehr immer als ein verächtliches und höchst gefährliches Thier, das Leichen frißt und das Blut der Getödteten leckt. Diese Bemerkung ist übrigens mehr für die biblische Kritik als für historische Sprachvergleichung zu verwerthen. Im Grunde dient auch jetzt der Hund dem Orientalen nicht in dem Maße als treues Hausthier, als Hüter seiner Heerden und als Jagdgenosse wie dem gebildeten Europäer. Daß er jedoch als Hirtenhund lediglich im letzten Theile des Jesaias und im Hiob vorkommt, ist ein neuer Beleg für die späte Entstehung des zweiten Jesaias (von Cap. 40 an) und des Hiobbuches, in denen sich die Einflüsse eines fremden gebildeten herrschenden Volkes bemerklich machen. Kecensionen. Joseph Wertheimer. Ein Lebens- und Zeitbild. Beiträge zur Geschichte der Juden Oesterreichs in neuester Zeit. Mit Benutzung archivalischer Quellen von G. Wolf. Wien, 1868. IV. u. 374 S. 8. An den Namen eines wohlverdienten Mannes knüpft sich, wenn auch ziemlich lose, eine Reihe werthvoller Mittheilungen aus der neuesten Geschichte der Juden in Oesterreich, die urkundlich belegt sind. Die wir diese Geschichte, wenn auch außerhalb des öfterreichischen Gebietes, mit durchlebt, wir kennen die ganze Misere jenes gedankenlosen Verfahrens der Behörden, die in Unkenntniß der thalsächlichen Verhältnisse, mit der schwächlichen Angst vor jeder freien Bewegung, ohne alles Verständniß für ächte staatswirthschaftliche Grundsätze, kurz ohne allen höhern staatsmännischen Blick täppisch überall eingriffen und Verkümmerung erzeugten, wo das freie Wallen der ihrem selbstständigen Streben überlassenen reichen Kräfte den Juden selbst und dem ganzen Staate Heil gebracht hätte. Dieses hemmende, zerstörende Eingreifen beschränkte sich nicht auf die äußere Stellung, die in buntester Mannichfaltigkeit in den ver-