Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2420973-2420992-2420996--1898-2422986- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IV. Zu L. Geiger's Ursprung der Sprache. 283 rühren dürfen, weil sie sich dadurch gesetzlich verunreinigen, diese stillschweigende Voraussetzung, die noch dazu auf dem Standpunkte des Verfrs. der Klagelieder gar nicht sicher gestellt ist, berechtigt keineswegs zum Gebrauche des Nichtkönnens für ein Nichtdürfen. In der That ist auch diese Auffassung des Verfrs. höchst künstlich und ganz unnöthig. Es ist in ihm überhaupt nicht die Rede von Priestern und nicht von Geblendeten und nicht von einer gesetzlichen Verunreinigung durch Blut, sondern es ist einfach zu übersetzen, wie auch die rabbinischen Commentatoren die Stelle nicht anders erklären: ״Sie (nämlich die Bewohner überhaupt) wanken umher blind (unsicher schwankend, als wären sie blind) in den Straßen, sind besudelt mit Blut, so daß sie (d. h. man, Andere, die ihnen nahe kommen) sie nicht berühren können an ihren Gewändern (weil sie sich daran beschmutzen würden)." 3) Wortspiele. S. 121 wird darauf hingewiesen, daß sich das Namenspiel in den Vedaliedern als Wortspiel auf den Namen der an gerufenen Götter kenntlich findet, aber auch andern Literaturen nicht fremd ist, ״vielmehr in der Bibel noch weit häufiger als die eigentliche Erklärung der Namen" und sich diese alterthümliche Gewohnheit bei den griechischen Dichtern an die Helden heftet. In der Anm. 5 (S. 403 ff.) wird dies in Beziehung auf die Bibel belegt mit der Anwendung der Wurzel zacbak in der Geschichte Isaaks, des Wortes 8a’ir in der Esau's (Se'ir), dann noch an mehreren Beispielen untergeordneter Art von geringer Beweiskraft, wie namentlich an dem mehrmaligen Gebrauche von ze’irab, kleinere Tochter, in der Geschichte Lot's (1 Mos. 19, 30 ff.) neben der Stadt Zo'ar. Daß das letztere Beispiel wenig beweisend ist, kann mit des Verfrs. eigener Zusammenstellung auf S. 476 belegt werden, wo er bemerkt, za'Lr komme in der Genesis, und zwar außer in dem genannten Capitel noch 25, 23. 29, 26. 43, 33. 48, 14, ebenso in Josua überall für ״jünger" vor im Gegensätze zu erstgeboren. Der Gebrauch des Wortes in 19, 30 ff. ist daher so nothwendig, daß hier von einem beabsichtigten Wortspiele gar nicht die Rede sein kann. — ״Moab — fährt der Vers, fort — wird (1 Mos. 19, 37) aus meab, von dem Vater, abgeleitet; darum dreimal meabinu, meabihen (33. 35. 36). A. Geiger (Urschrift und Uebersetzungen der Bibel, Breslau 1857, S. 89 Anm.) bemerkt richtig, daß barab sonst nur mit der Präposition 16 verbunden ist; er will aus der Abweichung von dem letzteren Sprachgebrauch aus