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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 4 (1868) · p. Seite 277

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 277 (sequence 37)
Language
German
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II. Die zweite Tempelpcriode. 277 von dem Gedanken, daß Jesus selbst bereits die Schranken zwischen Juden und Heiden aufgehoben habe. Sie muß allerdings zugeben, daß Dies nicht von vorn herein bei ihm vorherrschend war, aber eine ״Wendung" sei bei ihm in Mitten seines Wirkens nach dieser Richtung hin eingetreten. ״Allerdings", sagt Hausrath (S. 409), mit Keim übereinstimmend, ״allerdings liegt die Sache nicht so, daß Jesus etwa, zurückgestoßen von den Juden, selbst sich zu den Heiden gewendet hätte, sondern das Heidenthum kam zu ihm . . Ein Vorspiel zu dieser Wendung war sein Verhältniß zu den Samaritern". Und nun werden uns die einzelnen Geschichtchen erzählt, in denen Jesus die Samariter milde beurtheilt, ja den barmherzigen Samariter den hartherzigen Priestern und Leviten vorzieht, Alles nach den Berichten des Lucas. Also nach solchen tendentiösen Erzählungen einer heidenchristlichen Quelle soll eine treue Schilderung des wirklichen Jesus hergestellt werden! Das heißt wahrlich nicht ״die negativen Bilder der Kritik sofort wieder positiv beschlagen" (S. XI), sondern die historischen Resultate alsbald wieder verleugnen. Jedoch es drängt uns zum Schlüsse. Die Schwächen des Hausrath'schen Buches sind untrennbar von der heutigen christlichen Theologie; die Vorzüge gehören dem Hrn. Vf. an. Sein Buch ist ein schöner Fortschritt in Geschichtforschung und Geschichtschreibung, und wenn es eingehendere Forschungen nicht entbehrlich macht, so ebnet es ihnen doch den Weg durch seine übersichtliche und anziehende Darstellung. 7. August. III. Die Krankenpflege bei den Juden. Der Kampf gegen die Voreingenommenheit, welche dem Christenthum, der sogenannten christlichen Liebe alle Ausübung von Liebeswerken vindiciren und sie dem Judenthum absprechen möchte, ist eigentlich ein ziemlich überflüssiger und muß sich dennoch immer wiederholen. Die geschichtlichen Thatsachen bezeugen unwiderleglich, daß die Juden mit großer Milde und Vorsorge zu allen Zeiten der Unglücklichen jeder Art sich angenommen haben, während auf der andern Seite selbst gegen die eignen Glaubensgenossen oft mit der größten Härte und Rücksichtslosigkeit Verfahren worden. Allein das Vorurtheil zieht sich, wenn es auch alles gläubigen Inhaltes entleert ist, noch immer auf das humanitäre Gebiet zurück, und selbst

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