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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 4 (1868) · p. Seite 274

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 274 (sequence 34)
Language
German
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274 II. Die zweite Lempelperrode. Wichtigkeit sind dem christlichen Gelehrten die Vorgänge beim Peßachmahle, weil er dieses, nach den Synoptikern, als das letzte Mahl Jesu betrachtet und er die für jenes geltenden Gebräuche zur Erklärung des über dieses Berichteten anwendet. Um so bedenklicher ist es nun, wenn da Jrrthümer in die Beschreibung sich einmischen, von denen man fast vermuthen möchte, daß sie sich nicht absichtlos eingeschlichen. So wird z. B. S. 445 berichtet: ״Das Brot pflegte dargereicht zu werden mit der Formel: Das ist das Brot des Leidens, das Lamm mit den Worten: Das ist der Leib des Passahmahls/" Diese Schilderung, für welche als Beleg ״Mischna Pesachim, letztes Capitel §. 3" angegeben wird, soll die Erklärung der Worte bei der Einsetzung des Abendmahles vorbereiten, wie es dann ausdrücklich heißt: ״Als das Passahmahl bereits zu Ende war, goß Jesus den fünften Becher ein . . . und reichte ihn . . . den Jüngern, indem er . . . das Brot bricht und anklingend an die frühem gesprochene Formel hinzufügt: Das ist mein Leib, ber! für euch gegeben wird."" Vergleichen wir jedoch die Belegstelle, so findet sich für die Worte beim Darreichen des Brotes gar keine Spur. Hr. H. ist Wohl irre geleitet von einer Beschreibung, die irgend Jemand von der gegenwärtigen Feier des Peßachabends gemacht haben mag, indem dieselbe mit den Worten beginnt: Dies ist das Mühsalbrot, הא לוזבלא ענוא; allein bei diesem Anfänge der Feier wird kein Brot dargereicht, dann aber, was die Hauptsache ist, diese Formel ist, wie ihre Ausdrucksweise, babylonisch-chaldäisch, und ihr Inhalt beweist, ein später Zusatz, und schon Simon ben Zemach Duran bemerkt, daß dieses einleitende Stück nirgends im Thalmud und Midrasch erwähnt sei 1). Ebensowenig lesen wir die angegebenen Worte beim Darreichen des Lammes in der zur Quelle dienen sollenden Mifichnah, erkennen aber dort die Veranlassung zum Jrrthum. Es wird nämlich dort gesagt, daß zwei gekochte Speisen an diesem Abende aufzutragen seien, als die geringste Anzahl von Schüsseln, die für ein Festmahl erforderlich sind, dann wird fortgefahren: ״Zur Zeit als der Tempel stand, trug man (den Leib des Peßach) das Peßach selbst auf,"" 2) d. h. die zwei heute zu bringenden 1) In Mamar Epikomon:^ זאת הפסקא לא נזכרה בשרם בלקום נלדברי רז ל לא בתלבלוד ולא בבלדרש vergl. noch Landshut in: Hagada (Berlin 1855 Vorwort,) Anfang. .ובבלקדש היו כלביאין לפניו גופו של פסוז (2

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