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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 4 (1868) · p. Seite 272

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 272 (sequence 32)
Language
German
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272 II. Die zweite Tempelperiode. menten; auch sie perhorrescirten die Zeloten in stolz republicanischem Sinne, der den Nacken nicht unter die römische Oberhoheit beugen wollte, und es war ihnen Dies wahrlich keine ״Etiquettefrage", in der sie die Ehre der Nation vertraten, sondern eine Frage um Anerkennung oder Abwehr der Fremdherrschaft. Daß eben die Zeloten die Pharisäer über diese Concession, welche sie Rom machten, anklagten, giebt der Vfr. selbst S. 308 an, fügt aber auch dort unrichtig hinzu: ״Auch die Sadducäer schlossen sich dieser Klage der Zeloten an, denn sie wollten statt des kaiserlichen ihren eignen hohenpriesterlichen Namen zur Geltung bringen und am liebsten auch eine Zeitrechnung nach Hohenpriestern einführen". Wenn der Vfr. sich dafür auf meine ״Urschrift" S. 35 Anm. und S. 148 (l. 146) beruft, so sind die Stellen mißverstanden; dieser Kampf gegen Rom gilt dort blos von den Zeloten, den Anhängern des ״Galiläers" Juda, nach Jadajim 4, 8 (נלין גלילי, ein galiläischer Ketzer, wofür unsere Ausgaben, nach einer so häufigen Verwirrung צדוקי גלילי oder gar ersteres Wort allein haben). Die Sadducäer konnten eine Aera nach sich nicht verlangen, vielmehr hatte eine solche nach den Hohenpriestern zur Zeit der Herrschaft der Zadoksöhne und der ihnen folgenden Hasmonäer bestanden, und sie wurde allerdings damals von den Pharisäern auch aus politischen Antipathieen verdrängt; allein unter die Aera der Fremdherrschaft beugten sich Sadducäer und Pharisäer gemeinsam stillschweigend. — Von untergeordneter Bedeutung ist, wenn Hr. H. rasch Grätz nachschreibt (S. 124), daß das Volk den Alexander Jannai mit Ethrogim geworfen, weil er die Wasserlibationen nicht nach dem Sinne der Pharisäer vorgenommen (vgl. diese Zeitschr. Bd. V S. 276), und ebenso wenn Antigonus, gleichfalls nach dem nicht genannten Grätz, eingeschoben wird, (S. 211), wo die Quelle (Joma 7Id) ihn nicht hat. Hingegen verschiebt es wieder die Stellung der Parteien zu einander, wenn der Vfr. (S. 125) behauptet: ״Eine andere Uebertreibung der. objectiven Reinheitsgesetze lag in der pharisäischen Forderung, daß die heiligen Schriften nur auf Pergament von reinen Thieren dürften geschrieben sein u. s. w." Ich habe bereits in der Zeitschr. der D. M. G. Bd. XVI S. 717 ff. (besonders S. 722 f.) und in der Abhandlung über Sadducäer und Pharisäer S. 15 ff., besonders S. 18 (diese Ztschr. Bd. II S. 21 ff., bes. S. 24) nachgewiesen, daß vielmehr hier die Pharisäer sich gegenüber den Sadducäern (und Samaritanern) erleichternd ver-

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