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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 4 (1868) · p. Seite 271

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 271 (sequence 31)
Language
German
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II. Die zweite Tempelperiode. 271 gleichfalls vorgenommen wird, gar keine Anwendung finden könnte. Ob sie etwa von dem Gleichklange des persischen Wortes ״chusch", schön, gut, angenehm, zu einer solchen Umdeutung veranlaßt worden, wie Hr. Perles behauptet (am zuletzt a. O. S. 447), mag dahin gestellt bleiben; jedenfalls ist nirgends von einer Gimatria die Rede, und erst ein Zusatz zu Thanchuma wie ein Zusatz zu Raschi 1) verfallen auf diese späte Spielerei. Also eine solche ״alte gangbare Methode der Auslegung" existirte durchaus nicht. Auch das Buch Jezirah, das eine eingreifende Wirksamkeit der Zahlen als philosophische Grundlage annimmt (S. 104), ist ein neupythagoräisches Produkt erst des achten oder neunten Jahrhunderts und hat gar keine Wurzel in der alten Anschauung; Gittin 68ad ist nicht ״eine Zauberkette" beschrieben, ״deren Schloß die Zahl Gottes ist" (S. 110 Anm. 2), sondern auf welcher der Name Gottes, der als wunderthätig betrachtet wird, eingegraben ist. Für die Hauptpartie des Buches, ״die Parteien" sind die neuern Forschungen mit Einsicht verwerthet, wenn auch nicht erschöpfend und fortführend, zuweilen auch sie durch Mißverständniß verwirrend. So werden in einem Satze (S. 123) die beiden Parteien in eine schiefe Stellung versetzt. ״Auch in reinen Etiquettefragen, heißt es daselbst, vertreten die Saddueäer die Ehre der Nation eifriger als die Pharisäer. Während diese Vorgaben, die Steuer an den römischen Kaiser verunreinige das Land, das nur Jehovah zehnten dürfe, wandten sie nichts dagegen ein, daß der Name des Regenten neben dem Namen Jehovah's auf öffentlichen Urkunden und Scheidebriefen stehe, da in der Schrift ja auch Pharao neben Jehovah genannt sei. Der stolze Adel dachte darin empfindlicher und kämpfte stets gegen diese Formulare an". Hier sin׳d seltsamer Weise in dem einen Falle die Pharisäer, in dem andern die Saddueäer fälschlich für die Zeloten gesetzt. Daß nämlich diese und nicht die Pharisäer die Entrichtung der Steuern an den Kaiser perhorrescirten, ist schon oben bei der Besprechung über die aufgenommenen Angaben des Josephus erörtert. Dasselbe gilt nun vom Gebrauche der kaiserlichen Aera in religiösen Docu- 1) Vgl. Berliner׳s handschriftliche Nachweisungen zur Stelle; auch mein Codex vom I. 1294 hat den Zusatz nicht, wohl aber der vom I. 1488. — Vgl. übrigens noch Kohn, samaritanische Studien S. 14 f., wo jedoch zwei Male in den Anmerkungen für ״Jonath." zu lesen ist: jeruschalmi, b. h. das Fragmententhargum oder jerul. II.

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