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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 4 (1868) · p. Seite 269

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 269 (sequence 29)
Language
German
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II. Die zweite Tempelpc>riode. 269 ״War ein Schüler durch mehrjährigen Unterricht so weit gekommen, daß der Lehrer ihn für würdig hielt selbst mitzusprechen, so weihte er ihn zum Chaber, zum Genossen". Ein Beleg ist dafür nicht gegeben, dürste sich auch schwerlich auffinden lassen. Denn ein Chaber ist keineswegs ein ״Lehrgenosse", sondern ein ״Gesellschastsbruder"; wenn nämlich Jemand die Verpflichtung übernahm, die Vorschriften der Pharisäer in vollem Umfange zu beobachten, so ward er in die engere Verbindung ausgenommen, somit ein Chaber oder Genosse. — Neben mancherlei Ungenauem, was S. 82 mit unrichtigen Citaten bringt, heißt es auch: ״Selbst die Frage konnte der Entscheidung eines Rabbi Hillel Werth erscheinen, was der zu thun habe, der bei Eintritt des Passah das Schlachtmesser nicht zurechtgelegt finde". Der Vfr. verschweigt, trotz Berufung auf Jost, daß es sich hier um das Gebot des Sabbath handle, wenn dieser der Rüsttag des Peßach ist, und daß hier gerade der bedeutende Kampf Hillel's mit der Priesterpartei sich anschließt, der ausführlich im Anhänge zu ״Sadd. u. Phar." erörtert ist, auf den hier S. 89 sehr ungeeignet hingewiesen wird. — Für die ״sonderbaren Heiligen, die sich von dem Augenblick an, daß im Tempel der Sabbath angeblasen wurde, nicht mehr von der Stelle rührten, sondern blieben, wo die Posaune sie überrascht hatte", (S. 85 f.) fehlt wieder der Beleg, und wäre ich allerdings nach demselben begierig. Wenn der Vfr. in den zwei letzten Capiteln des zweiten Abschnittes sich die Aufgabe stellt, die Geheimlehre und deren praktische Anwendung zu behandeln (S. 98—114), so wird man bald vermuthen und es auch bestätigt finden, daß zum Theile ungeeignele Quellen herbeigezogen, zum andern Theile Data aus viel späterer Zeit als Beweise für die in Rede stehende angewendet werden. Philo und die Apokalpptiker sind schlechte Zeugen für palästinische Geistesrichtung. Der erstere allegorisirt in seiner philosophirenden Umdeutung, die dennoch weder die Geschichtlichkeit der Erzählungen noch die Verbindlichkeit der Vorschriften aufheben will. Die letzteren haben unklare Erwartungen und stellen dieselben in dunkeln Bildern und räthselhaften Verhüllungen dar. Alles dieses ist keine Geheimlehre. Was der Vfr. sonst vorbringt, ist, wie bereits gesagt, antedatirt. So heißt es S. 100: ״Von Alters her war dagegen eine andere Methode der Auslegung unter den palästinensischen Schriftgelehrten gangbar, die schließlich auch darauf hinauslief, einen geheimen Schriftsinn ausfindig zu machen. Es

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