Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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258 II. Die zweite Tempelperiode. Grätz, Geiger, und ist nur zu bedauern, daß er von dieser Zeitschrist, die ihm gar Manches darbieten konnte, gar keinen Gebrauch macht und daß ihm Derenburg's Buch (vgl. diese Ztschr. Bd. V S. 261 ff.) wohl zur Zeit der Abfassung noch nicht zu Gebote gestanden. Der Vfr. hat das ihm Dargebotene mit Einsicht und eingehend benützt; wenn es ihm dennoch nicht gelungen, daraus ein klares Bild der Zeit zusammenzustellen, so mag Dies zum Theile in den Abweichungen liegen, welche auch unter den neueren jüdischen Schriftstellern herrschen, vorzugsweise aber darin, daß er, der Selbstforschung entbehrend, sich nicht genügend in die damals gel- Lenden Anschauungen und deren innerliche Entwickelung zu versetzen vermochte. Den Angelpunkt dieser ganzen Geschichte bilden die Parteien, welche die verschiedenen politischen Strömungen und religiösen Rich- Lungen repräsentiren; aus ihnen setzt sich erst das Gesammtleben zusammen. Es zeigt demnach von einer starken Verkennung dieser Wahrheit, wenn der Vrf. zuvor im zweiten Abschnitte ״die Schriftgelehrten", ״Tendenzen des Rabbinismus" und ״die Schriftgelehrsamfeit" bespricht und den dritten Abschnitt erst ״den Parteien" widmet. In der That wird man aus der Darstellung auch keinen Einbli^ in die Zustände gewinnen. Um diesen zu erlangen, muß viel üefer ein- und viel weiter zurückgegangen werden. Mit dem Falle Israelis und dem dadurch besiegelten Uebergewichte Juda's trat eine eingreifende Reform des Jsraelthums ein, und in den Vordergrund des einziggültigen Tempels zu Jerusalem traten die Zadoksöhne. Als auch Juda in's Exil wanderte, wurden die Nachkommen David's und Zadok's als die Häupter des Volkes betrachtet, und als solche treten sie auch bei der Rückkehr auf. Gern hätten die Ueberreste aus dem Reiche Israel, die im fäer entgegengestellt". Von allem Dem steht dort, wo Llos der Spruch des Antigonus, keine Sylbe; nur die Aboth Nathans fügen diese Dinge hinzu. — ״Dein Haus — heißt es S. 131 — sei geöffnet gegen die Straße, sagte ein Schüler Hillens, und die Armen seien die Kinder Deines Hauses". In Anm. 4 steht als Quelle: Pirk. Ab. 2, 11. Die Stelle ist jedoch daselbst 1, 5, der Spruch gehört Joße ben Iochanan an, der ein volles Jahrhundert vor Hillel gelebt. S. 354 und 398 wird nach Bengel angegeben, die Stelle Ies. 61, 1 gehöre der Haftarah für den Versöhnungstag an, und darauf beziehe sich Luc. 4, 17 ff. Allein die Stelle ist gar keine Haftarah und Lucas sagt gar Nichts davon.